ASEAN - Cambridge Club https://cambridge-club.com Wissen ist Macht Tue, 23 Jan 2024 08:20:33 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.2 https://i0.wp.com/cambridge-club.com/wp-content/uploads/2023/04/cropped-logo-anchor-small.png?fit=512%2C512&ssl=1 ASEAN - Cambridge Club https://cambridge-club.com 32 32 Das sind die Treiber der kommenden Inflationswelle https://cambridge-club.com/das-sind-die-treiber-der-kommenden-inflationswelle/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=das-sind-die-treiber-der-kommenden-inflationswelle Tue, 23 Jan 2024 08:11:59 +0000 https://cambridge-club.com/?p=2832 Die nächste Inflationswelle zeichnet sich langsam am Horizont abKaren Ward Chefmarktstratege bei JP Morgan Europa warnte in der Donnerstagsausgabe der Financial Times vor verfrühten Zinssenkungen durch die US-Notenbanken. In Vergangenheit habe es laut ihrer Ansicht öfters zu Problemen geführt, wenn die Zentralbank den Fuß zu früh von der Bremse nahm, nachdem die Inflationsrate augenscheinlich zurück […]

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Die nächste Inflationswelle zeichnet sich langsam am Horizont ab

Karen Ward Chefmarktstratege bei JP Morgan Europa warnte in der Donnerstagsausgabe der Financial Times vor verfrühten Zinssenkungen durch die US-Notenbanken. In Vergangenheit habe es laut ihrer Ansicht öfters zu Problemen geführt, wenn die Zentralbank den Fuß zu früh von der Bremse nahm, nachdem die Inflationsrate augenscheinlich zurück ging.

Frau Ward verwies dabei auf ein sehr interessantes IWF-Papier von September 2023, mit dem Namen100 Inflationsschocks: In dieser Arbeit wurden über 100 Inflationsschocks in 56 Ländern seit den 1970er Jahren ermittelt und dokumentiert, dass nur in 60 Prozent der Fälle die Inflation innerhalb von 5 Jahren zurückgeführt wurde.

In etwa 90 Prozent der ungelösten Episoden, ging die Inflation innerhalb der ersten drei Jahre nach dem ersten Schock zwar deutlich zurück, verharrte danach aber entweder auf einem hohen Niveau oder beschleunigte sich erneut. Diese als inflationäre Dekade der 70er Jahre bekannte Phase, war im weitesten Sinne auf Faktoren zurückführen, die nicht im direkten Einflussbereich von Geld- oder Finanzpolitik lagen, wie die Ölkrisen 1973-79.

Heute könnte man sagen, dass geopolitische Verschiebungen des Dollareinflussgebiets (Vergleiche Finanzfreiheit-Monatsausgabe 2/2024) sowie ein begonnener massiver Umbau der Wirtschaft, vor allem der Energie- und Landwirtschaft (CO2-Freiheit vor 2050) dafür ausschlaggebend, dass die Inflation sich weiter beschleunigen könnte. Der IWF untersuchte die Entwicklungen aber ignorierte dabei den eigentlichen Verursacher für Inflation, wie die Staatsverschuldung, die Monetarisierung von Schulden, bei denen die Zentralbankbilanz als Staubsauger für faule Kreditberge missbraucht wird sowie die generelle Ausweitung der Geldmengen, die zur kurzfristigen Konsumstabilisierung (Pandemie) oder in unproduktive Investitionen (für weniger Energie statt mehr…) fehlgeleitet werden. 

Frau Ward wies daraufhin, dass die US-Wirtschaft die höheren Zinsen offenbar gut vertragen hätte, weil die fiskalischen Stimulationsmaßnahmen (wir laufen in diesem Jahr in Richtung eines US-Haushaltsdefizits von 2-3 Billionen US$) für eine volle Kapazitätsauslastung sorgen würden.

Darum vertritt sie die Ansicht, dass die Inflation durch höhere Konsumausgaben angefacht würde, falls die Fed die Zinsen zu früh senkt und betonte dabei:

„Falls die US-Notenbank größere Zinssenkungen über die nächsten Monate vollzieht, wäre das zunächst sehr positiv für Risikoanlagen wie Aktien, doch diese Gewinne wären vielleicht nicht nachhaltig.“

Diese Aussicht könnte sich als zutreffend erweisen, denn die die weltweite Entwicklung war selten so uneinheitlich, man könnte auch sagen „ideologisch – idiotisch“ wie derzeit.

Die WirtschaftsWoche berichtete über das in dieser Woche stattfindende Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos:

„Optimismus und Kooperation sind aus der Mode. Aus Sicht der – immer noch sehr westlich dominierten – Weltelite aus Wirtschaft und Politik ist die Welt ein ziemlich kalter Ort geworden, an dem der Egoismus regiert. Demokratien stehen unter Druck, der Welthandel zerfällt in Blöcke oder wird, wie im Roten Meer, gleich unter Beschuss genommen.

In meiner Januarausgabe von Finanzfreiheit 1/2024 habe ich Ihnen gestern schon die Hintergründe des wachsenden chinesischen Einflussgebiets aufgezeigt, das mit den BRICS+ immer weiter zunimmt. Neben den 10 BRICS+ Mitgliedern (China, Indien, Brasilien, Russland, Saudi Arabien, Ägypten, Südafrika, Iran, Vereinigte Arabische Emirate und Äthiopien), haben 10 Länder den Mitgliedsantrag gestellt (Algerien, Bahrain, Bangladesch, Pakistan, Bolivien, Kuba, Kasachstan, Kuwait, Palästina und Senegal), während weitere 15 Länder ihr Interesse an einer Aufnahme bekunden (Afghanistan, Angola, Komoren, Demokratische Republik Kongo, Gabun, Guinea-Bissau, Mexiko, Nicaragua, Sudan, Syrien, Tunesien, Türkei, Uganda, Uruguay und Simbabwe.)

Die BRICS+ Länder haben gemein, dass sie rund die Hälfte aller weltweit verfügbaren Rohstoffe und mindestens 40% der globalen Rohölförderung kontrollieren, auf die der Westen, vor allem die USA mit ihrem Dollar-Regime, zuvor leicht zugreifen konnte. Mittlerweile haben die BRICS-Länder mehrere Dutzend Export-Restriktionen eingeführt, die verhindern sollen, dass die Rohstoffe außer Landes verbracht werden, ohne sie zunächst vor Ort weiterzuverarbeiten.

Mit Indonesien hat eines der prominentesten aufstrebenden Länder Exportkontrollen für wichtige Rohstoffe eingeführt. Während vor allem über den seit Mitte 2023 eingeführten Exportbann bei Bauxit, einem wichtigen Rohstoff für die Aluminiumproduktion und  Nickel (seit 2020) berichtet wurde, gehen die ab 2024 geplanten Einschränkungen weiter.

Nach dem indonesischen Bergbaugesetz soll ab Juni 2024 auch die Ausfuhr von Kupfererz gestoppt werden, sobald zwei neu gebaute Kupferschmelzen in Betrieb gehen, wobei der Zeitpunkt des Ausfuhrverbots für andere Mineralien wie Eisenerz, Blei oder Zink noch nicht festgelegt wurde.

Der US-Kupferkonzern Freeport hatte vor wenigen Tagen nochmals um eine Verlängerung seiner Exportgenehmigung gebeten, doch alle Rohstoffkonzerne wissen, dass sie die Exportländer stärker begünstigen müssen.

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Wie Indonesiens Präsident Widodo sagte:

„Im Grunde genommen wollen wir keine Rohstoffe mehr verkaufen. Wir wollen etwas Halbfertiges verkaufen."

Letztlich wollen alle bevölkerungsreichen Länder wie Indonesien, Indien, Vietnam oder Nigeria eines Tages einmal so wohlhabend werden, wie es China vorgemacht hat. Steigt das pro Kopf Wirtschaftsaufkommen >3.000 US$, nimmt der Rohstoffverbrauch bis etwa 10.000 US$ zu.

Wachstumskurve Chinas, Indiens, Brasiliens, Indonesiens und Nigeria:

Die nächsten großen Wachstumsschübe beim BIP pro Kopf und der damit verbundenen Beschleunigung des eigenen Rohstoffverbrauchs stehen an bei:

  • Indonesien mit 279 Millionen Einwohnern und 5.509 US$ pro Kopf Einkommen.
  • Vietnam mit 101 Millionen Einwohnern und 4.636 US$ pro Kopf Einkommen.
  • Philippinen mit 119 Millionen Einwohnern und 4.166 US$ pro Kopf Einkommen.
  • Indien mit 1,4 Milliarden Einwohnern und 2.650 US$ pro Kopf Einkommen.

Wobei neben Indien Einkommensmarke von 3.000 US$ pro Kopf bereits in diesem oder nächsten Jahr erreichen und bis Ende der Dekade voraussichtlich über 5.000 US$ pro Kopf wachsen wird. Auch die ASEAN Staaten mit fast 700 Millionen Menschen sollten noch ein massives Wachstum erzielen können. Um Ihnen diese Dynamik einmal zu veranschaulichen, möchte ich gerne die Angebots- und Nachfragesituation am Rohölmarkt aufzeigen, die tatsächlich kaum ein Analyst auf dem Schirm hat. Dabei ist für praktisch alle asiatischen Wachstumsländer das gleiche Bild einer rapide rückläufigen Ölproduktion, bei dynamisch wachsender Nachfrage:

Indonesien musste zuletzt netto >1 Mio. Barrel Rohöl pro Tag importieren:

Vietnam exportierte 5 Millionen Tonnen Rohöl, mit einem Wert von 1 Mrd. US$, aber importiert 12 Millionen Tonnen Raffinerieprodukte aus dem Ausland, mit einem Wert von >5 Mrd. US$.

Obwohl Indien erst langsam in seine Beschleunigungsphase kommt, importiert der Staat allein aufgrund seiner immensen Bevölkerungszahl schon heute täglich mehr als 4 Millionen Barrel Rohöl:

In der letzten Woche konnten unsere über 100 Mitglieder des „Mentorenprogramms“ ein knapp zweistündiges Gespräch mit dem Rohstoff-Fondsmanager Urs Marti führen, der dem Cambridge-Club seine Anlagestrategie mit Ausblick 2024 und die folgenden Jahre präsentierte.

Falls Sie Herrn Marti noch nicht kennen, ich hatte ihn mit seinem  Long Term Investment Fund: XXXXXXXXXXX (WKN: XXXXXX), früh vor dem Beginn des neuen Rohstoff Superzyklus im Jahr 2019 entdeckt. Wir waren auch gemeinsam 2019 bei der letzten großen Edelmetallmesse in München vor Ort und „lasen dort die Messe“ des bevorstehenden inflationären Angebotsschocks. Kurz darauf erlebten Sie die stärkste Inflations- und Knappheitswelle seit Jahrzehnten. Der Fonds ist seither +50% gestiegen (>150% vom Pandemietief) und der Fonds wuchs bis 80 Millionen Euro.

Meine ausführliche Vorstellung erhalten Sie in der aktuellen Monatsausgabe Finanzfreiheit Januar 2024, die ich in den nächsten Tagen veröffentliche. In der heutigen Ausgabe werde ich die Hintergründe beleuchten, warum 2024 der beste Zeitpunkt sein wird, um in Rohstoffe zu investieren, bevor über die kommenden Jahre, die nächste Phase des Anstiegs bei den Rohstoffen eintritt.

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Neue Welle der Globalisierung – Dollar vs. RMB & Co https://cambridge-club.com/neue-welle-der-globalisierung-dollar-vs-rmb-co/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=neue-welle-der-globalisierung-dollar-vs-rmb-co Sat, 20 Jan 2024 06:04:50 +0000 https://cambridge-club.com/?p=2797 Der Hauptfaktor für steigende Edelmetallpreise für Gold & Silber wird der monetäre Orkan der BRICS+ sein, der zur Abwertung des US-Dollars führtIn Vergangenheit habe ich oft schon viele spannende Analysen aufgegriffen, die eine Abwendung vom US-Dollar als Weltleitwährung bestätigten.Der Philoinvestor veröffentlichte vor einem Jahr ebenfalls eine interessante Analyse: „Peak American Empire“ über die in englischsprachigen Kreisen sehr […]

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Der Hauptfaktor für steigende Edelmetallpreise für Gold & Silber wird der monetäre Orkan der BRICS+ sein, der zur Abwertung des US-Dollars führt

In Vergangenheit habe ich oft schon viele spannende Analysen aufgegriffen, die eine Abwendung vom US-Dollar als Weltleitwährung bestätigten.

Der Philoinvestor veröffentlichte vor einem Jahr ebenfalls eine interessante Analyse: „Peak American Empire“ über die in englischsprachigen Kreisen sehr beliebte Plattform Substack, die den unabhängigen von Lesern bezahlten Journalismus fördert. Über Substack veröffentlichen auch sehr bekannte Investigativ-Reporter wie Seymour Hersh, der in seinen Recherchen offenlegte, dass die Terroranschläge auf das europäische Infrastrukturprojekt Nord Stream 2, mit voller Absicht mutmaßlich von den USA und ihren Verbündeten Ukrainern verübt wurde.

Man könnte zum Schluss kommen, dass die USA alles daransetzen, ein „vereinigten und (zoll-) freien Wirtschaftsraum Eurasien“ zu verhindern, der von Peking bis Lissabon reichen und Milliarden Menschen näher bringen würde. Ein Eurasien in dem das industrialisierte Deutschland mit Sicherheit eine zentrale Rolle eingenommen hätte.

Abbildung: Sie sehen, dass die relative Bedeutung von Europa und den USA im Vergleich zu Asien wieder auf dem Weg zu seinem „natürlichen“ Gleichgewicht ist, das seit Ende des römischen Reiches bis zum 19. Jahrhundert vorherrschte.

Während sich die meisten Anleger sich der damit verbundenen Verwerfung noch gar nicht bewusst sind, ist die Abwendung vom Dollar und den Dollaranleihen an den Finanzmärkten schon heute eine Tatsache. Obwohl diese Entwicklungen noch am Anfang zu stehen scheinen und über die letzten drei Jahre als ein für die Öffentlichkeit kaum wahrzunehmender schleichender Prozess begonnen hatte, werden die gestellten Weichen in einer unaufhörlichen Beschleunigung, bis zu einer chaotischen Absturzphase führen.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos, brachte der neue Präsident Argentiniens es auf den Punkt: 

„Ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass die westliche Welt in Gefahr ist... weil diejenigen, die die Werte des Westens verteidigen sollen, von einer Weltanschauung vereinnahmt worden sind, die unweigerlich zum Sozialismus und damit zur Armut führt.“

Einige Goldinvestoren waren offensichtlich enttäuscht, als die BRICS-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) bei ihrer Jahrestagung im August letzten Jahres keine entsprechende goldgedeckte Währung eingeführt haben. Das Format war dafür auch nicht vorgesehen. Trotzdem wissen wir von Aussagen der BRICS-Staatschefs, dass sie weiterhin die Schaffung einer eigenen Handelseinheit anstreben. Der derzeitige Stand der Entwicklung liegt in einer Förderung von lokalen Währungsgeschäften zwischen den BRICS.

Wobei vor allem die Abrechnung der Rohstoffimporte Chinas, in chinesischer Währung, dem RMB stark zugenommen hat. Zentral ist dabei die Abwendung der arabischen Welt vom Petrodollar-System, das einst sicherstellte, dass Ölexporte aus Saudi-Arabien in Dollars bezahlt und auch im Dollarraum gehalten wurden. So verhinderten die USA eine ausufernde Inflation, trotz massiver Ausweitung seines Handelsbilanzdefizits.

Die Welt hielt laut IWF Angaben im 4. Quartal 6,5 Billionen US$ an Währungsreserven in US-Dollar, jedoch scheint der unaufhörliche Trend nach oben bereits zu stottern, denn zu Jahresbeginn 2023 waren es noch 6,63 Billionen US$. Obwohl das US-Zwillingsdefizit, bestehend aus Handels- und Haushaltsbilanz, von Rekord zu Rekord eilt und die Zinsen massiv stiegen, waren ausländische Investoren (netto) nicht mehr bereit das Dollarsystem zu finanzieren wie früher und zogen sogar 130 Milliarden US$ aus diesem System ab. Auch der Euro hat umgerechnet 36 Mrd. US$ eingebüßt, sodass die Weltreserven insgesamt rückläufig waren.

Im Prinzip gab es seit Jahrzehnten nur eine vergleichbare Phase, in der die Weltwährungsreserven zurückgingen, während der Finanzkrise 2008 und seitdem haben die Goldreserven immer weiter zugenommen:

Oben links sehen Sie die historische Zunahme der Geldreserven auf 12.000 Milliarden US$ (58% aller Reserven) und rechts die Goldreserven der Weltzentralbanken in Tonnen. Würde man die gesamten Reserven in Gold decken, müsste der Goldpreis bei mindestens 10.000 US$ notieren.

Laut einem im Frühjahr 2023 veröffentlichten Bericht des IWFs, dessen Daten schon zwei Jahre veraltet waren, sehen Sie ein erhebliches Wachstum bei den Währungsgeschäften in chinesischen RMB.

Ich empfehle Ihnen den Bericht des IWF wirklich genau zu lesen, denn er beschreibt sehr gut den Aufstieg von Chinas Währungssystem, das sich global immer weiter vernetzt:

Ungeachtet der Kapitalverkehrsbeschränkungen begann die People's Bank of China (PBC) nach der globalen Finanzkrise 2008, die Internationalisierung des RMB zu fördern. Der damalige Gouverneur Zhou Xiaochuan rief zu einer Reform der globalen Finanzarchitektur auf (Zhou, 2009), was bei einem späteren Treffen der Gruppe der 20 (G20, 2009) aufgegriffen wurde.

Im Jahr 2009 begann die PBC, grenzüberschreitende Abrechnungen in RMB zuzulassen, zunächst im Rahmen von Pilotprojekten in ausgewählten Provinzen und seit 2011 landesweit. Aufgrund der strengen Kontrolle der grenzüberschreitenden Kapitalströme ist die RMB-Liquidität außerhalb Chinas begrenzt.

Um dieses Problem zu lösen, hat die PBC bilaterale Swap-Linien (Anhang II) und Offshore-Clearingbanken eingeführt, um die grenzüberschreitende Verwendung des RMB zu erleichtern.

Im Jahr 2015 wurde der RMB in den Korb der Sonderziehungsrechte aufgenommen, ein Meilenstein der Internationalisierung des RMB.

Seit 2017 hat sich auch die finanzielle Liberalisierung Chinas beschleunigt und die inländischen Kapitalmärkte sowie der Finanzsektor im Allgemeinen für ausländische Investoren geöffnet, und RMB-Anleihen wurden in wichtige globale Indizes aufgenommen (Schipke u. a. p(2019)).

Wenn sich diese Trends fortsetzen, werden sie dazu beitragen, die finanzielle Integration Chinas mit dem Rest der Welt zu vertiefen und Hindernisse für die globale Verwendung des RMB abzubauen.“

Wobei 25 % der Länder, die den RMB am meisten nutzen ihren Anteil der chinesischen Währung RMB an ihren internationalen Überweisungen in den letzten 10 Jahren von praktisch 0 auf über 70 % erhöht.

Dabei werden zusehends mehr Transaktionen über das chinesische länderübergreifende CIPS-System (Cross Border Interbank Payment System) als SWIFT-Alternative abgewickelt. So wuchs das Transaktionsvolumen von CIPS seit 2020 um 200%.

Die oft ausgesprochene Behauptung, der RMB würde bei internationalen Währungsgeschäften immer das Nachsehen gegenüber dem US-Dollar haben, weil er bisher nicht frei konvertierbar sei, also strikten Kapitalverkehrskontrollen unterliegt, ist nach dieser Betrachtung schlichtweg antiquarisch.

Ein weiterer Faktor, der die sinkende Bedeutung des US-Dollars gut erklärt, ist die Kreditvergabe für die Projekte der neuen chinesischen Seidenstraße (BRI), welche den Dollar seit 2020 als wichtigste Rechengröße verdrängt hat:

Wie Philoinvestor in seinem Artikel schrieb:

„Es muss kein direkter Konkurrent des Dollars vorhanden sein, damit das System zusammenbricht. Tatsächlich bricht das System zusammen, wenn das Ausland beginnt, seine Dollarreserven zu reduzieren, weil das System immer höhere Dollarreserven braucht, um zu funktionieren.“

Gewinner der neuen, weniger US-zentrierten Weltordnung sind die BRICS und ASEAN-Staaten

Darunter sind Aktien und Anleihen von Schwellenländern, die ein prominenter Geldmanager derzeit als einmalige Gelegenheit bezeichnet.

In einem faszinierenden Aufsatz weist Louis-Vincent Gave, vom gleichnamigen Gavekal Research, auf die jüngsten tektonischen geopolitischen Veränderungen von den politischen Maßnahmen der USA hin. Wie die Sanktionen gegen Russland.

Gavekal Research betonte, dass diese Veränderungen dazu führen, dass Russland praktisch nur noch Rohstoffe in seiner eigenen Währung (Rubel) oder an befreundete Handelspartner in lokaler Währung verkaufte, wie dem chinesischen Renminbi, in indischer Rupie, dem brasilianischen Real oder thailändischen Baht anstelle des Dollars.

Um US-Zölle und Handelsbarrieren zu umgehen und seinen Absatz näher an sein Land zu bringen, würde auch China seine Handelsrouten von Nordamerika in andere Schwellenländer verlagern, so Gave. Der Handel zwischen den (BRICS+)-Schwellenländern würde also nicht mehr durch den US-Dollar bestimmt, so Gave weiter und kann das durch seine eindrucksvolle Grafik belegen, welche das monatliche Importvolumen für Rohstoffe aus Russland nach China und Indien belegt:

Das US-Anlegermagazin Barrons berichtete über die Erkenntnisse von Louis Gave:

„Gave verglich dies mit den Ereignissen nach dem Fall von Konstantinopel an die Osmanen im Jahr 1453, was bedeutete, dass Europäer, die Seide oder Gewürze aus Asien wollten, bezahlen mussten, was immer die Osmanen verlangten. Um diese Kosten zu vermeiden, segelte Christoph Kolumbus 1492 auf der Suche nach einer neuen Route nach China, während Vasco da Gama 1498 durch Afrika nach Indien ging. Im 19. Jahrhundert rutschte das Osmanische Reich in wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit.

Die Globalisierung endete damals nicht, aber ihre Zentren verlagerten sich nach London, Rio de Janeiro und Kapstadt, schrieb Gave.

„Heute scheint die Vorstellung, dass sich die Welt de-globalisiert, jedem, der in Dubai, Singapur, São Paulo oder Mumbai lebt, lächerlich zu sein. Vielmehr durchläuft die Welt eine neue Welle der Globalisierung, die sich von ihren Vorgängern unterscheidet.

Chinas Handelsüberschuss ist gestiegen, bemerkte er, da er die Exporte in der Wertschöpfungskette nach oben verschoben und aggressiv preisige Investitionsgüter wie Automobile exportiert hat. Diese Waren gingen nach Südostasien, in den Nahen Osten und nach Afrika, anstatt in die USA.

Und da die Vermögenswerte der russischen Oligarchen beschlagnahmt wurden, ist es weniger wahrscheinlich, dass die Einnahmen in westliche Vermögenswerte recycelt werden, von Pariser Immobilien über englische Fußballmannschaften bis hin zu den USA. Staatsanleihen und mehr in die Schwellenländer selbst, behauptete Gave.“

Eine regelrechte Überraschung sei daher, dass Staatsanleihen aufstrebender Länder, die in US-Dollar notieren, die Entwicklung von US-Anleihen übertroffen hätten.

Gave stellte auch fest, dass die Rendite für diese Emerging Markets-Staatsanleihen unter die der fünfjährigen US-Anleihen gefallen sei, was sehr ungewöhnliches Phänomen wäre, das es so in der Historie noch nie gab. In Vergangenheit wurden die Emerging Marktes stets von „Devisennot“ geplagt und die Anleihen regelrecht „zerquetscht“, wodurch viele relativ arme jedoch oft an Rohstoffen reiche Länder gezwungen waren ihre Rohstoffe zu tiefen US-Dollarpreisen zu verscherbeln.

Anstatt eine historische Abkehr von westlicher Dominanz und Dollar-Hegemonie zu beklagen, sollten Investoren diese aufstrebende neue Weltordnung darum nutzen, um ihr Depot zu diversifizieren, wie Gave es beschreibt.

Im Gegensatz zu US$-Anleihen seien Anleihen von Schwellenländern, die auf ihre eigenen Währungen lauten, selten so attraktiv wie heute. Die Kombination aus ihren höheren Renditen und ihren niedrigen lokalen Währungen im Vergleich zum gegenwärtig hohen Dollarstand, würden sie attraktiv machen.

Einige Beispiele für hochverzinste Lokalwährungsanleihen finden Anleger bei der Börse München mit dem Anleihenfinder. Nach meinem Geschmack wäre die brasilianische Anleihe mit mittlerer Laufzeit aus Renditesicht spannend, wie die XXXXXXXXXXXXXXXXXXX BRL-Anleihe (ISIN: XXXXXXXXX) mit einem Kupon von 10,75% und einer Rendite bis zur Rückzahlung 2028 von ca. 9% jährlich.

Brasiliens Real verlor über die letzten 10 Jahre gegenüber dem US-Dollar beträchtlich an Wert. Sollte sich der Real positiver entwickeln, könnten Anleger neben den Zinsen weitere Währungsgewinne erwarten. Allerdings möchte ich betonen, dass „Papiergeld-Währungen“ zueinander stark schwanken und darum für mich allenfalls eine Ergänzung wären. Wer vor Währungsabwertung und Inflation geschützt bleiben möchte, sollte in Korrekturphasen lieber die Aktien der Schwellenländer kaufen, wie ich Ihnen dies mittels einem Brasilien ETF in der Monatsausgabe 9/2023 von Dezember 2023 vorgestellt hatte.

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Fokus ASEAN: Höhenflug rund um Singapur, Vietnam und Thailand https://cambridge-club.com/fokus-asean-hoehenflug-rund-um-singapur-vietnam-und-thailand/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=fokus-asean-hoehenflug-rund-um-singapur-vietnam-und-thailand Tue, 18 Jul 2023 14:23:18 +0000 https://cambridge-club.com/?p=1781 Vor 23 Jahren bin ich nach Südostasien gezogen. Nachdem 1997 die Südostasien-Krise die internationalen Märkte zerrüttet hat, bekam ich bei meiner „Auswanderungs-Phase“ einen regelrechten Shit-Storm innerhalb meines familiären und freundschaftlichen Umfeldes. Die Bedenken waren: „wie kannst Du dieses Risiko eingehen?“ Dagegen stand für mich der enorm große Wirtschaftsraum und Freiheit als „junger Bub“. Heute sieht […]

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Vor 23 Jahren bin ich nach Südostasien gezogen. Nachdem 1997 die Südostasien-Krise die internationalen Märkte zerrüttet hat, bekam ich bei meiner „Auswanderungs-Phase“ einen regelrechten Shit-Storm innerhalb meines familiären und freundschaftlichen Umfeldes. Die Bedenken waren: „wie kannst Du dieses Risiko eingehen?“ Dagegen stand für mich der enorm große Wirtschaftsraum und Freiheit als „junger Bub“.

Heute sieht die Situation in den ASEAN-Staaten rund um Singapur, Vietnam, Thailand, Indonesien, Malaysia, etc. ganz anders aus. Vietnam, Kambodscha und Laos sind beispielsweise mittlerweile im Zug der der Globalisierung zu interessante „Outsourcing“ Standorten chinesischer Produzenten geworden. Doch die ASEAN-Staaten inklusive der ++ Länder wie China und Südkorea sind längst nicht mehr nur die Werkbank für die westliche Welt. Sondern vielmehr mit der hohen Bevölkerung ein riesiger Inlandsmarkt geworden.

ASEAN ist quasi zu einem autonomen Gebiet gewachsen, das primär durch den US-Dollar und den dahinterstehenden Organisationen wie IWF und World Bank in eine große Abhängigkeit gezogen wurden. Denken wir nur an die Kriege (nach dem 2.Krieg) in Vietnam mit der Spaltung in Nord und Süd oder dem Korea / Japan Krieg, woraus Nord- und Südkorea resultierte oder schließlich auch der Indo-China-Krieg resultierte wo die Minen-Felder aus der westlichen „Freiheits-Bewegung“ bis heute weite Landstiche in Laos und Kambodscha zum Spießrutenlauf für Bauern geführt hat.

Das positive an dieser Stelle ich jedoch, dass sich die ASEAN-Staaten selbst versorgen können und von ausländischen Direktinvestitionen (FDI) stark profitieren. Die Wachstumsraten sind gigantisch und für 2023 gehen „Institute“ wie die OECD von einem durchschnittlichen Wachstum in den ASEANs von 5,2% aus. Dem gegenüber stehen die Rezessionsgefahren in den USA und vor allem Europa mit dem Spitzenreiter Deutschland gegenüber. Die Abwanderung selbst „westlicher“ Unternehmen in die südostasiatischen Schwellenländer hat einen riesigen Aufschwung erfahren. Schauen Sie sich einfach einmal die Kapital- und Facharbeiterkraftabflüsse von Deutschland an.

Werfen wir doch einfach kurzen Blick auf Performance wichtigsten ASEAN-Aktienindizes der letzten 5 Jahre:

Straits Times Index (STI) - Singapur:
Performance der letzten 5 Jahre (Stand: September 2021): +26.5%
Drei erfolgreichste Einzelwerte: DBS Group Holdings, United Overseas Bank, OCBC Bank

SET Index - Thailand:
Performance der letzten 5 Jahre (Stand: September 2021): +34.7%
Drei erfolgreichste Einzelwerte: PTT Public Company Limited, Siam Commercial Bank, Advanced Info Service

FTSE Bursa Malaysia KLCI - Malaysia:
Performance der letzten 5 Jahre (Stand: September 2021): +6.1%
Drei erfolgreichste Einzelwerte: Malayan Banking Berhad, Tenaga Nasional Berhad, Public Bank Berhad

Jakarta Composite Index (JCI) - Indonesien:
Performance der letzten 5 Jahre (Stand: September 2021): -1.7%
Drei erfolgreichste Einzelwerte: Bank Central Asia, Bank Rakyat Indonesia, Astra International

VN-Index - Vietnam:
Performance der letzten 5 Jahre (Stand: September 2021): +80.8%
Drei erfolgreichste Einzelwerte: Vinhomes, Vietcombank, Vingroup

Das Wachstum in der ASEAN Region ist durch eine Reihe von Reformen in den letzten Jahrzehnten ENORM befeuert worden. Bessere Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Gesundheit, Bildung sind ein wesentlicher Teil, welcher jetzt mit der hohen Anzahl der durchschnittlich jungen Bevölkerung zu einem regelrechten Höhenflug angesetzt hat. Viele Anleger wissen beispielsweise auch nicht, dass Indonesien mit rund 220 Millionen Einwohnern knapp die Hälfte der gesamten Europäischen Union zählt. Wir sprechen hier von einem riesigen Markt, der allein im Gebiet ASEAN mit junger Bevölkerungs-Dichte von 670 Million besiedelt ist.

Im August bin ich deshalb in Bangkok, da eine meiner Töchter dort ihren Doktoren-Titel erhält. Wer sich in Südostasien bewegt, kann die Bauarbeiten (Infrastruktur-Ausbau) mit offenen Augen beobachten. Dagegen erreicht mich immer wieder Video-Material aus Frankreich, Belgien und Deutschland, wie Straßenschlachten ausgeführt werden. Eine Situation, die zum Glück aktuell in Südostasien undenkbar ist.

Warum das so ist, erklärt sich quasi von selbst, wenn man einfach einen kurzen Blick auf die aktuellen Top-Five der wirtschaftlichen Wachstumstrends und großen Potenziale der ASEAN-Region wirft:

  • Starkes Wirtschaftswachstum: Die ASEAN-Region verzeichnet ein robustes Wirtschaftswachstum und hat das Potenzial, eine der größten Volkswirtschaften der Welt zu werden. Mehrere ASEAN-Länder gehören zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit.
  • Junge und wachsende Bevölkerung: Die ASEAN-Region hat eine junge Bevölkerung, und der demografische Wandel führt zu einer wachsenden arbeitsfähigen Bevölkerung. Dies schafft ein großes Potenzial für den Arbeitsmarkt und den Binnenkonsum.
  • Aufstrebende Mittelschicht: Die wachsende Mittelschicht in den ASEAN-Ländern trägt zu einem Anstieg des Konsums und zu einem erhöhten Bedarf an Produkten und Dienstleistungen bei. Dies bietet Investitionschancen in den Bereichen Konsumgüter, Einzelhandel, Finanzdienstleistungen und Tourismus.
  • Handelsintegration: Die ASEAN-Mitgliedsländer haben eine starke regionale Integration und eine gemeinsame Freihandelszone etabliert. Dies hat zu einem Anstieg des Handelsvolumens und der Investitionen geführt. Die weitere Vertiefung der Handelsintegration bietet Chancen für Unternehmen, die in grenzüberschreitende Handels- und Lieferketten investieren möchten.
  • Infrastrukturinvestitionen: Die ASEAN-Region investiert stark in Infrastrukturprojekte wie Straßen, Schienen, Häfen, Flughäfen und Energieanlagen. Diese Investitionen sollen die regionale Konnektivität verbessern und den Handel und das Wirtschaftswachstum fördern. Es ergeben sich Möglichkeiten für Unternehmen, die in den Bereichen Bauwesen, Transport, Energie und Telekommunikation tätig sind.

Genau daher haben wir einen starken Fokus auf diese Region und in Kürze startet der Cambridge-Club mit der ausführlichen bzw. detaillierten Experise zu Chancen / Risiken der Emerging Markets mit dem Fokus auf meiner Seite für die südostasiatischen Märkte. Daher lohnt sich jetzt schon eine Anmeldung beim kostenlosen Geheimrats-Newsletter – falls der Cambridge-Club Newsletter noch nicht abonniert wurde.

Übrigens: Der Gründer vom Cambridge-Club und Freund Andreas Lambrou hat mit mir (Rainer Hahn) bereits im Jahr 2003 – also vor 20 Jahren – über den Finanzbuchverlag unser 1.Buch „Investieren in Asien“ veröffentlicht. Ein weiterer Vorteil für die Cambridge-Club Mitglieder, der die langjährige Erfahrung fundiert untermauert. Darüber hinaus waren Andreas und ich die Gründer vom damals führenden Emerging Markets Portal im deutschsprachigen Raum EMFIS.com sowie der Print-Ausgabe von Tiger&Dragon.

Der Cambridge-Club mit all seinen Mitgliedern will konkretes Wissen aus der Praxis und nicht aus theoretischen Lehrbüchern oder womöglich noch schlimmer: aus einem Wolkenkratzer aus Frankfurt, London oder New York verbreiten. Es geht um knallharte Fakten DIREKT aus der Realität. Wer seit 23 Jahre in Südostasien die Strukturen selbstständig aufgebaut hat, kann sicherlich mehr und direkter über dieses Thema berichten als ein Reporter von ARD oder N-TV aus den Studios in München, Berlin oder Frankfurt.

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