Exxon - Cambridge Club https://cambridge-club.com Wissen ist Macht Wed, 10 Apr 2024 10:23:42 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.2 https://i0.wp.com/cambridge-club.com/wp-content/uploads/2023/04/cropped-logo-anchor-small.png?fit=512%2C512&ssl=1 Exxon - Cambridge Club https://cambridge-club.com 32 32 Die Welle der Monopolisierung – Investieren Sie in Aktien? https://cambridge-club.com/die-welle-der-monopolisierung-investieren-sie-in-aktien/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=die-welle-der-monopolisierung-investieren-sie-in-aktien Wed, 10 Apr 2024 10:17:05 +0000 https://cambridge-club.com/?p=3100 Darum befinden wir uns längst in einer Welle der Monopolisierung Würde ein Zeitreisender die letzten 100 Jahre überspringen, könnte er feststellen, dass Karl Marx trotz katastrophaler Fehleinschätzungen wenigstens einen Punkt richtig prognostiziert hatte. Wie es Dr. Thomas Balogh 1931 in seinem Aufsatz: „Das Problem der interlokalen Bankenkonzentration“ schon merkte, führte uns die freie Marktwirtschaft über […]

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Darum befinden wir uns längst in einer Welle der Monopolisierung

Würde ein Zeitreisender die letzten 100 Jahre überspringen, könnte er feststellen, dass Karl Marx trotz katastrophaler Fehleinschätzungen wenigstens einen Punkt richtig prognostiziert hatte. Wie es Dr. Thomas Balogh 1931 in seinem Aufsatz: „Das Problem der interlokalen Bankenkonzentration“ schon merkte, führte uns die freie Marktwirtschaft über die Kontrolle des ehemals freieren auf Gold und Silber basierenden Geldes durch die Zentralbanken, in einen „Pseudo-Kapitalismus“, bei dem wenige Konzerne und Banken das Kapital und die Schulden kontrollieren, während die Politik die Investitionen lenkt und mittels der politisch abhängigen Zentralbank die Zinsen manipulieren. Das führte in eine Abhängigkeit von riesigen, häufigen bereits vollkommen digitalen Konzernen, die sowohl lokal als auch global., die rentablen Geschäftsfelder kontrollieren.


Sie können diese Art von „Neo-Feudalismus“, wie er im Buch von Joel Kotkin beschrieben wurde daran sehen, wie oft Sie über Amazon etwas kaufen müssen. Schalten Sie den Computer ein, brauchen wir Microsoft oder Apple. Suchen Sie eine Dienstleistung oder eine Information, führt der Weg nicht mehr an Google vorbei. Betanken Sie Ihr Auto, dann fließt das Geld in die Kasse von weniger als einem Dutzend Ölkonzernen (Wikipedia: Die sieben Schwestern) und praktisch alles, was wir mit unseren Händen berühren, stammt aus der Produktion weniger Konsumgüter- oder Industriekonzerne. Zudem stammen 40% des Phosphats, das für die Düngerproduktion und Welternährung entscheidend ist, aus einem kleinen Gebiet namens Westsahara, das, seit 1970er Jahren schwer umkämpft blieb und durch die Unterstützung der USA und Frankreich unter die Kontrolle von Marokko gelangte.

Einer der weltweit bekanntesten und besten Investoren der sich dieses Wissen aneignete und stets nur eine Handvoll Aktien kaufte, hieß Warren Buffett. Über die letzten 10 Jahre sicherte er sich zudem weite Teile der Transportinfrastruktur und so die Kontrolle über riesige Agrar- und Rohstoffvorkommen. Buffett erkannte früh das enorme Renditepotenzial im Agrar- und Rohstoffsektor, als er vor 20 Jahren begann, einige der größten Eisenbahnlinien der USA zu übernehmen, um stetige, positive Renditen zu erzielen, die das Orakel von Omaha 2010 schließlich zur Übernahme von Burlington Northern Santa Fe für 34 Mrd. US$ ermutigten.

Der Transportkonzern besaß damals mehr als 6.000 Lokomotiven und über 80.000 Waggons. Dabei sorgten Industrie- und Rohstoffgüter, wie Weizen, Sojabohnen, Dünger, Kohle oder Eisenwaren für fast 65% des Transportvolumens bei den Eisenbahnen.

So ergibt sich wenig erwartete Konkurrenz außerhalb der bestehenden Bahnlinien

Solange es eine Eisenbahnlinie gibt, die zwei Wirtschaftsmetropolen oder Exporthäfen verbindet, wird kaum ein weiterer Anbieter die milliardenschweren Investitionen leisten, die für den Bau neuer Eisenbahnlinien benötigt werden. Das erlaubt praktisch alle Bahnlinien nahe der Vollauslastung zu betreiben und die Preise zu erhöhen.

Damit erweiterte das „Orakel von Omaha“ seine bisherigen Kerninvestitionsfelder, die sonst eher in den Segmenten Versicherungen, Medien, Süßigkeiten oder Konsumprodukte lagen.

Quelle: https://www.visualcapitalist.com/warren-buffett-empire-giant-chart/

Die Idee hinter Buffett’s Anlagestrategie scheint zunächst nicht für jeden Anleger offensichtlich zu sein, aber am Ende läuft es doch logisch, schlicht und einfach, auf eine Monopolbildung oder Oligopolbildung hinaus, bei der wenige starke Marken einen Großteil des Marktes kontrollieren.

Ein Buffett findet immer bessere Investitionen als reines Gold – aber er weiß auch etwas mehr…

2011 schrieb Warren Buffett in seinem Aktionärsbericht, dass der gesamte Goldbestand der Welt, der in Tresoren eingelagert sei, ausreichen würde, um das gesamte Ackerland der USA zu kaufen (400 Millionen Hektar mit einem jährlichen Ertrag von etwa 200 Milliarden Dollar) sowie 16 Exxon Mobils (das profitabelste Unternehmen der Welt, das jährlich mehr als 40 Milliarden Dollar einnimmt).

In einem Jahrhundert würden Anleger aus diesen 400 Millionen Hektar Ackerland, laut Meinung von Buffett, gewaltige Mengen an Mais, Weizen, Baumwolle oder anderen Feldfrüchten hervorgebracht haben und weiterhin einbringen, ganz gleich wie die Währung aussehen würde.

Exxon Mobil würde wahrscheinlich Billionen von Dollar in Form von Dividenden an seine Eigentümer ausgeschüttet haben und auch Vermögenswerte im Wert von vielen weiteren Billionen besitzen. Insofern sei es laut Buffett nicht unbedingt klug, in Gold zu investieren. Allerdings möchte ich unter Bezug auf meine früheren Ausgaben feststellen, dass Gold sehr wohl eine ähnliche Rendite hervorbrachte, wie kluge Investitionen in Aktien und Immobilien sowie tatsächlich besser abschnitt als die meisten Startups- und Risikoinvestitionen, die im Totalverlust mündeten. Abgesehen davon, dass es keine 16 Exxon-Mobil‘ gibt und auch das Ackerland in den USA nicht von irgendwelchen ultrareichen Goldinvestoren aufgekauft werden könnte, ist damit für mich durchaus der Beweis erbracht worden, dass sich Gold als Anlageform rechnet. Schließlich bleibt festzustellen, dass Gold als Anlage, als einziger „Einzelwert“, neben vielleicht noch ganz wenigen Immobilien, die letzten 300 Jahre und tatsächlich als einzige Wertanlage die letzten Jahrtausende überdauerte. Die überwiegende Mehrheit aller Beteiligungen, Ländereien, Aktien und Immobilien, haben den Lauf der Geschichte und oft nicht mal die beiden Weltkriege sowie die zahlreichen Revolutionen überlebt, wie beispielsweise in Russland.

Wir müssen aber gar nicht so weit in die Vergangenheit gehen, um festzustellen, dass Gold – das Sie sogar langfristig stets noch immer steuerfrei erwerben und halten dürfen – Sie deutlich ruhiger schlafen lässt als eine Matratze voller Bargeld oder analog dazu ein Depot voller Staatsanleihen, gekauft zu historischen Tiefst Zinsen, bei Rekordverschuldung und Defiziten sowie ständiger Besteuerung der mickrigen „Zinsen“, durch den „Vater Staat“.

Warum der durchschnittliche Anleger nach Abzug der Inflation leer ausgeht 

Warren Buffett mag mit der Feststellung richtig liegen, dass es immer bessere Anlagen als Gold gibt, nur ist die Schlüsselfrage, ob jeder Anleger diese auch finden wird.

Die meisten Unternehmen stammen aus wettbewerbsintensiven Branchen und weisen aus Sicht eines Aktieninvestors nur geringe Renditechancen auf.

Durchschnittliche Privatanleger fahren oft nur Verluste ein

Zahlreiche Auswertungen von Brokern hat ergeben, dass ein schlecht ausgebildeter Privatinvestor über Jahrzehnte kaum Renditen oberhalb der Inflationsrate erreichte und wie im Schaubild unten gezeigt offenbar lediglich 2,9% Rendite jährlich erzielte, obwohl der Aktienmarkt boomte. Für den Zeitraum 1994-2003, welcher die Neuer Markt Blase mit beinhaltete, ergeben sich noch schlechtere Resultate um 2%, was unter der aktuellen Inflationsrate liegt. Es gibt dafür mehrere Gründe. Einer ist wohl, dass Privatanleger oft nur wenige Aktien überblicken können und darum Klumpenrisiken oder falsche Überzeugungen aufbauen, die erheblichen Schaden anrichten. Zudem handeln die meisten Anleger stets von Gier und Angst getrieben und schichten nach längeren Verlust- oder Stagnationsphasen in deutlich gestiegene Vermögenswerte um, nur um danach festzustellen, dass er von einer unterbewerteten in eine überbewertete Kategorie wechselte.

Die Rendite eines Privatinvestors liegt weit unter der von Anleihen oder Immobilien:

Es ist womöglich einer der größten Vorteile im Kapitalismus, dass die meisten Banken ihr Kapital derart niedrig verzinst verleihen, ohne ihre Ausfallrisiken hinreichend zu berücksichtigen und Investoren ihr Erspartes für eine Rendite zur Verfügung stellen, die nach Abzug aller Kosten höchstens noch einen bescheidenen Lebensabend ermöglicht.

Um Ihnen ein Beispiel zu geben: Der DAX-Index (Kursindex ohne Dividenden), weist seit dem Jahr 1999 über 25 Jahre lediglich einen Wertzuwachs von +67% auf, der Ölpreis stieg über das letzte Vierteljahrhundert +58%. Wenn Sie von diesen Wertsteigerungen die Inflation des Euros abziehen, die laut der Statistik der Bundesbank offiziell bei 72% lag, hätten Sie sowohl mit DAX-Aktien als auch mit einer direkten Anlage in Rohöl nicht einmal die Inflation ausgeglichen, sondern tatsächlich nur die Dividenden vereinnahmt.  Es macht also rein objektiv und langfristig gar keinen Sinn irgendeine Aktie wegen ihres Kurspotenzials allein zu kaufen, wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, wie die Geschäftsentwicklung über die kommenden 20-30 Jahre sein wird. Da ich selbst nicht reich geerbt habe, obwohl vor mir in meiner Familie mit Sicherheit auch Spekulanten und Anleger aktiv waren, sehe ich als logische Bestätigung meiner These. Für die meisten Anleger bleibt die Börse ein Nullsummenspiel, auch wenn es meistens besser ist das Geld zu sparen und anzulegen, als es sofort zu konsumieren und keine Reserven für Notfälle zu haben…

Ehrlich gesagt, ich weiß es selbst nicht besser, denn fast 30 Jahre Börsenerfahrungen haben mich gelehrt, dass insbesondere Prognosen, die über 10 Jahre in der Zukunft liegen, äußerst schwer sind. Vermutlich hätte ich Mitte der 90er Jahre sogar noch an utopische Visionen geglaubt, dass wir im Jahr 2024 unseren Strom weltweit mit Solar & Wind erzeugen und Öl obsolet wäre. Die Idee dazu gab es bereits seit Ende der 70er Jahre…

Warren Buffett, auf den wir gleich noch zu sprechen kommen, hatte sich in diesem Punkt von seinem kürzlich verstorbenen Geschäftspartner Charlie Munger überzeugen lassen, dass es am besten wäre in qualitativ gute Unternehmen mit hohen internen Renditen zu investieren, statt in schlechte Unternehmen mit tiefen Kursen. Diese starken Unternehmen seien sogar besser als reines Gold, weil sie in ihrer Lebenszeit exorbitant höhere Gewinne erwirtschaften und Dividenden ausbezahlen könnten.

Rohstoffaktien wird oft nachgesagt, dass sie höchst zyklisch wären und sich Industrieunternehmen stets einer langfristigen, preiswerten Versorgung sicher sein konnten.

Über die letzten 10 Jahre hat sich das Bild aber vollkommen gewandelt. Viele Rohstoffkonzerne haben ihre Wettbewerber übernommen, sie haben ihre Investitionen auf das Nötigste abgesenkt, um gerade so die Produktion aufrecht zu erhalten und sie haben sich die attraktivsten Förderstellen weltweit gesichert, mitsamt ihren Förderanlagen und der wichtigen Infrastruktur zum Abtransport dieser lebensnotwendigen Rohstoffe.

Diese Konsolidierung und Oligopolbildung wirkt sich massiv positiv auf Ihre Renditen aus

Vergessen Sie nie, dass die Investitionslegenden Warren Buffett und Charlie Munger einmal sagten, dass sie praktisch nur dafür bezahlt werden, in ihrem Büro zu sitzen, dort Bücher und Geschäftsberichte zu lesen und in der restlichen Zeit Karten zu spielen.

Der Vorsitzende von Berkshire Hathaway, ist dafür bekannt, dass er 80 Prozent seines Tages mit Lesen verbringt, aber wenn er nicht liest oder arbeitet, spielt der Milliardär höchstwahrscheinlich Bridge.

"Ich spiele sehr viel ... mindestens vier Sitzungen pro Woche, etwa zwei Stunden pro Sitzung", sagte Buffett einmal in einem Interview mit Thomas Heath von der Washington Post.

Übrigens gehörte Warren Buffett viele Jahre lang zu den größten Investoren bei ExxonMobil, der seine Aktien erst im Jahr 2015 verkaufte, als der Ölmarkt durch die temporäre Angebotsausweitung der Schieferölindustrie in eine Schieflage geriet, die den Ölpreis künstlich tief drückten, während die meisten Konzerne ihre Kapitalkosten nicht erwirtschaften konnten.

Seit etwa vier Jahren hat sich das Bild aber wieder aufgehellt, viele Schieferölprojekte sind verschwunden oder sind nun in der Hand weniger Konzerne, die nun eine nachhaltigere Bewirtschaftung dieser Felder anstreben und Gewinne & Dividenden in den Fokus rücken.

Wie diese Oligopolbildung bei den aussichtsreichsten Energie- und Ölaktien aussieht, habe ich Ihnen in der letzten INSIDER-CLUB Monatsausgabe 02/24 ausführlich beschrieben, als ich das mit der Strategie der Tabakkonzerne verglichen habe. Jedenfalls ist es keine Überraschung, dass die Aktien von starken Energiekonzernen tatsächlich wahnsinnig starke Überrenditen im Vergleich zum Rohstoffpreis erwirtschaften konnten. Während sich der Ölpreis über die letzten vier Jahrzehnte nicht einmal verdreifachte, konnten Sie mit Aktien von ExxonMobil ihr Kapital mehr als verdreissigfachen und mit Shell verneunfachen.

Energie-Aktien schlagen ein reines Rohöl-Investment:

Oben sehen Sie einen 40-Jahreschart der führenden Ölkonzerne der USA ExxonMobil, den größten europäischen Ölkonzern Shell und den Ölpreis als blaue Fläche. Dabei habe ich die langen Phasen in der der Ölpreis praktisch immer konstant blieb, mit einer blauen Linie eingezeichnet sowie die Phasen der Vermögensbildungsphase von 1984-2003 und den nachfolgenden Boomzyklus 2003-2014 sowie den Einbruch hernach bis zur Pandemie 2020 eingefügt und danach die Phase der Erholung bis heute.

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Von Energiewende, Interessenkonflikten & dem Wachstum von Milliardenvermögen https://cambridge-club.com/von-energiewende-interessenkonflikten-dem-wachstum-von-milliardenvermoegen/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=von-energiewende-interessenkonflikten-dem-wachstum-von-milliardenvermoegen Mon, 12 Feb 2024 07:47:51 +0000 https://cambridge-club.com/?p=2930 So stecken die Superreichen wenige Milliarden in die Energiewende, um an anderer Stelle Hunderte Milliarden zu kassieren!Meine sarkastische und heutzutage schon fast gefährliche und möglicherweise eines Tages sogar gesetzeswidrige Gesinnungs-Haltung zur Energiewende, als populäre Maßnahme gegen den Klimawandel, ist Ihnen mittlerweile bekannt, obschon sich „Psychiater“ für die therapeutische Behandlung von „Klimaleugnern“, über die Tichy‘s-Einblick schon […]

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So stecken die Superreichen wenige Milliarden in die Energiewende, um an anderer Stelle Hunderte Milliarden zu kassieren!

Meine sarkastische und heutzutage schon fast gefährliche und möglicherweise eines Tages sogar gesetzeswidrige Gesinnungs-Haltung zur Energiewende, als populäre Maßnahme gegen den Klimawandel, ist Ihnen mittlerweile bekannt, obschon sich „Psychiater“ für die therapeutische Behandlung von „Klimaleugnern“, über die Tichy‘s-Einblick schon vor vier Jahren einen Artikel verfasste und die Schlussfolgerung des Aufsatzes darlegte, der im Psychotherapeuten Journal vom 13. September 2019, ISSN 1611-0773 erschien:

Tichy’s Einblick stellt hierbei kritisch fest, dass die Gesellschaft vor „selbst- und fremdgefährdenden“ Klimaskeptikern bewahrt werden solle.

Um sich der unliebsamen Kritik oder einem kräftezehrenden Diskurs zu entledigen, wähnen sich also einige Energiewende-Apologeten, die häufig selbst nicht einmal über ein minimales Elementarwissen über Physik oder Ökonomie verfügen, unverblümt zur Schikane und Therapie von Andersdenkenden auf.

Wie absurd diese Idee ist, dürfte jedem klar sein, zumal ein Wikipedia-Eintrag über den politischen Missbrauch der Psychiatrie in der Sowjetunion anprangert:

„In der Sowjetunion (Anmerkung: auch in der DDR gab es das, wie ein Großonkel von mir leidvoll erfahren musste) wurde die Psychiatrie jedoch unter anderem systematisch dazu missbraucht, Andersdenkende und politische Dissidenten zu pathologisieren, auszusondern und ihrer Rechte zu berauben.“

Doch woher kommt dieses plötzliche Streben zur „Klimaneutralität“?

Nun, laut dem eingangs erwähnten Ernesto Cardenal verhält es sich so, dass Nachrichten nicht von Fakten, sondern von Interessengruppen stammen.

Sie müssen sich also stets die Frage stellen:

„Wer profitiert davon“

Durch die „Verteufelung“ von (schlimmstenfalls putinschem) Öl & Gas, profitieren augenscheinlich zunächst die Staaten durch die CO2-Steuereinnahmen sowie Startups die eine schnelle Lösung unserer Energieversorgung durch alternative Energien (Solar, Wind und Wasserstoff) versprechen.

Doch schauen wir uns zudem an, wie die künstliche Verknappung der Rohstoff- und Energieindustrie funktioniert, kommen wir schnell zum Schluss, dass der bei Weitem größte Profiteur dieser Maßnahmen die Öl- & Gasindustrie selbst sein muss!

Zufällig fand ich in einem Poesieband (Alternativer Link zum PDF) des christlichen, nicaraguanischen Dichters, Mystikers und Revolutionärs Ernesto Cardenal hierzu einige längst in Vergessenheit geratenen Aufsätze

Dabei viel mir das Kapitel 23 mit einem spannenden Aufsatz zum ominösen Büro Nummer 5600 auf. Doch bevor ich Ihnen die Übersetzung veröffentliche, möchte ich mit einem kritischen Absatz über die Historie und Entstehung der US-Wirtschaft und der Bedeutung seiner „Räuberbarone“ beginnen, die jenen der heutzutage anzutreffenden „Oligarchieformen“, sei es in Russland oder Lateinamerika in nichts nachstehen, selbst wenn sie unter dem frommen Mantel der Christlichkeit erbaut wurden:

„Im hohen Alter sagte John D. Rockefeller beim Abendessen einmal: Ich habe eine neue Welt entdeckt, obwohl ich sie damals noch nicht kannte". Das Monopol war die neue Welt. Er schuf die Mutter aller Trusts, Standard Oil, ein Imperium so groß wie das britische. Dann kamen all die anderen Trusts (Whisky, Stahl, Zucker, Fleisch, Eisen, Kohle, Kupfer). Die Produktionsmittel in „gesellschaftlich konzentrierten Formen". Oder "Zentralisierung" (Monopole). Die anderen zwingen, weniger aus den Quellen zu entnehmen.“

Die Evolution des ehemaligen Rockefeller Imperiums Standard Oil:

Die im Bild oben aufgeführten Ölkonzerne erwirtschaften zusammen einen Jahresgewinn von 78 Milliarden US$, der sich aufteilt in Chevron 25 Mrd. US$, Exxon Mobil 35 Mrd. US$, BP 13 Mrd. US$ und Marathon (v.a. Raffinerien) 5 Mrd. US$.

Im Gegensatz zu den meisten Privatanlegern, die ihre Entscheidungen schlimmstenfalls aus der täglichen Wirtschaftszeitung von korrumpierten Bankberatern, Brokern oder am schlimmsten noch von „für die Promotion bestimmter Aktien“ ins Leben gerufener und bezahlter Internetplattformen ableiten. Sharedeals.de schreibt hierzu: „Der Herausgeber und die Verfasser können für die Veröffentlichungen sowie für andere Dienstleistungen von Dritten vergütet werden. Aufgrund der Vergütung für Veröffentlichungen besteht die Gefahr von Interessenkonflikten.“

Dagegen leisten sich die superreichen Familien eigene Vermögensverwalter, Berater oder ganze „PR-Abteilungen“, für ihre Lobpreisungen, für die sie ihre Handlanger fürstlich bezahlen, die dafür stets loyal im Interesse des Macht- und Vermögenszuwachses dieser Familien arbeiten.

Superreiche leisten sich also ganze „Propaganda-Abteilungen“, mit denen sie vor allem versuchen das „Publikum“ aufs Glatteis zu führen, während sie ihren Einfluss durch die besagten Gesellschaften und Stiftungen zentralisieren und ihre Gewinne maximieren.

Keine Konzession, keine Bergbaurechte, keine Fördererlaubnis, keine Betriebserlaubnis wird erteilt, ohne die unsichtbare Hand der Superreichen und Supermächtigen.  

Auch wenn ich mich mit öffentlichen Aussagen wie dieser in allergrößte Gefahr begebe, so sind die ungeschriebenen Gesetze für erfahrene Investoren längst kein Geheimnis, sondern gehören zum Alltag.

Weniger bekannt ist nun, wie diese Schaltzentralen der Macht tatsächlich arbeiten und funktionieren. Mit meinen mittlerweile mehr als 25 Jahren Börsenerfahrungen habe ich selbst einige dieser Strukturen kennen- und durchschauen gelernt.

In der Bibel steht geschrieben: „Der HERR gebe dir Weisheit und Erkenntnis“

Angebracht an der Fassade des Rockefeller Plaza (Abbildung links) steht der „Bibelspruch“:

„Weisheit und Wissen werden die Stabilität deiner Zeit sein“

Treffender hätte es der Erbauer dieses Familienturms nicht ausdrücken können, denn über diese Macht- und Schaltzentrale der Rockefeller’s schrieb Ernesto Cardenal:

„Sie hatten eine glückliche Kindheit an den Ufern des Hudson auf einem 3500 Morgen großen Anwesen mit 11 Villen, 8 Swimmingpools, 1500 Bediensteten und einem großen Haus voller Spielzeug, aber als sie erwachsen wurden, zogen sie in das Büro 5600.“

Hinter der Bezeichnung „Room 5600“ verborg sich lange Zeit die zentrale Vermögenssteuerung einer der reichsten Familien der USA, den Rockefellers. Einst war dieses Machtzentrum, das mehr als 200 Angestellte beschäftigte im 56. Stockwerk des 30 Rockefeller Plaza zu Hause. Woher sich der Name ableitet.

Die gleiche Adresse hatte „zufällig“ auch der Radio- und Fernsehkonzern Radio Corp of America (RCA), dessen Aktien bis zum Börsencrash 1929 einer der erfolgreicheren Startups im Medien- und Technologiesektor waren, deren Aktien einst so schnell emporstiegen wie heute eine Apple oder Nvidia und auf dessen Kursverlauf vermutlich die Bezeichnung „Christbaumchart“ zurückzuführen ist:

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Von RCA wurde später der bekannte private US-Fernsehsender NBC gegründet sowie 1996 der linksgerichtete Mainstream-Nachrichtensender MSNBC. Wobei das MS im Übrigen einst für Microsoft, den Co-Gründer von MSNBC 1996 stand.

Ebenfalls in diesem Gebäude angesiedelt waren zudem der Kabelnetzbetreiber Comcast, der Industriekonzern General Electric, die Chase Manhattan Bank (heute JP Morgan Chase Bank) oder das Private Equity Haus Lazard.

Schließlich fusionierte RCA Ende 1985 mit dem „kleinen“ Unternehmen namens General Electric, das ebenfalls für einige Jahre seinen Hauptsitz an besagter Adresse – 30 Rockefeller Plaza – unterhielt.

Nehmen wir einmal an, Sie hätten 1985 davon „Wind bekommen“ und in die Aktien von GE investiert, wäre daraus eine sensationelle Erfolgsgeschichte geworden, wie der Chart zeigt:

Findige Internetsucher werden sicher noch viele weitere Überschneidungen und „Deals“ finden, die von diesem Büro 5600 ausgingen.

Insofern liege ich vermutlich nicht völlig daneben, mit meiner Annahme, dass die weltgrößten Vermögen nicht rein zufällig entstehen…

Statt allein mit eigenen Worten, möchte ich lieber unseren eingangs erwähnten Schriftstellers zitieren. Falls Sie die Schwierigkeiten haben, der direkten Übersetzung aus dem spanischen zu folgen, dürfen Sie natürlich auch zur Konklusion ab Seite 9 abkürzen.

Um mit dem Aufsatz fortzufahren, war es der Wolkenkratzer…:

„wo Hunderte und Aberhunderte von Stiftungen und Unternehmen als - in Wirklichkeit - ein einziges Vermögen geführt werden. Abhängig von Office 5600 sind die Millionäre Venezuelas, die Privatwirtschaft Brasiliens und Sie und ich. Zunächst gab es Zeitungs- und Radiowerbung aus Lateinamerika, die von diesem Büro 5600 ausging (eine prägende Ausbildung für junge Rockefellers in den Schwachstellen der Presse), alle Programme mit der Presse in zwei Kategorien unterteilt "wirtschaftliche Kriegsführung" und "psychologische Kriegsführung", die mit den Nachrichten, die Nelson dem Senat erklärte, genauso wie es militärisch gemacht wird. Und das Bureau 5600 hatte geheime "Beobachter" (wie die erste Geburt der heutigen CIA).

Informationen für Eigentümer, redaktionelle Politik, &- persönliche Meinungen... bis hin zum letzten Reporter, von dem ihre "Propaganda-Analyse", systematisch organisierte Dossiers der öffentlichen Meinung Lateinamerikas, stammt."

Nachrichten sind KEINE Fakten, sondern zeigen nur Interessenskonflikte auf

So lernten sie im Büro 5600 die Grundzüge des Nachrichtenmanagements.

Sie entdeckten bald, dass Nachrichten nicht aus Fakten, sondern aus Gruppeninteressen geboren werden. Und so kam es, dass Nachrichten über Lateinamerika (die in Washington geschrieben wurden) mit wirtschaftlichen Anreizen und wirtschaftlichem Druck vom Büro 5600 nach Lateinamerika kamen, zusammen mit Leitartikeln aus der Konserve, Telephotos, Blitzlichtern, "exklusiven" Cartoons (und Walt Disney für den Film), bis 80 % der Weltnachrichten für Lateinamerika (die aus Washington stammten) in New York vom Büro 5600 streng kontrolliert und überwacht wurden, und so hat die gesamte lateinamerikanische Wirtschaft (und ihr Elend) mit diesem Büro 5600 zu tun.

Operation die nur genug Geld vom Büro 5600 benötigte. Der Verstand, die Leidenschaften. Was der Pensionsbesitzer denkt. Der Spaziergänger am einsamen Strand. Eine Silhouette von Liebenden, die sich unter dem Mond küssen (mehr als der Einfluss des Mondes der von Oficina 5600) Was Octavio Paz oder Pablo Antonio Cuadra denkt. Es spielt keine Rolle, ob du Rose oder Russland sagst

Tausende von lateinamerikanischen Journalisten, die vom Büro 5600 nach Miami Beach eingeladen wurden, wo alles gefälscht ist, sogar das Meer ist gefälscht, ein serviles Meer vor dem Hotel. (…)

Sie haben das Monopol auf das, was die Öffentlichkeit liest, hört und sieht, während sie die Luft mit Kohlenmonoxid, Quecksilber und Blei füllen.

Was die Presse betrifft: "Das Schweigen wurde den Armen auferlegt". Von Nelson, von David Rockefeller, dem Jüngeren, der Chase Manhattan Bank – alle sind "eingeschlossen mit fast jedem großen Unternehmen der Welt" in demselben 5600er Büro, in dem all das weit verstreute Vermögen nur ein einziges ist, in einem einzigen Büro, mit so vielen PR-Leuten, wie sie Diener in ihrer Kindheit hatten.

So wurde ihr Bild von Kriminellen zu dem von Philanthropen [geformt?].

(…)

Konzerne, die wie ein Karzinom wachsen.

(…)

Ihre Monopole, die auf Unterernährung fett werden. Die den Planeten teurer machen Monopole, Brot und Wein, Freuden, Medikamente, Die Göttliche Komödie. Manhattan blickte aus dem Meer wie ein heiliger Berg und wie himmlische Wolkenkratzer, die durch Wucher errichtet wurden, in einem davon: Office 5600, seine luziferischen Lichter.

Das spiegelnde Wasser des Eriesees ohne Fische in seinen Abwasserkanälen, die des Büros 5600. Ölgetränkte Enten. Giftiger Wind über Wüsten und tote Flüsse. Die Verseuchung der Arten mit radioaktivem Jod. (…) Sie stellen die gleichen Pralinen oder Napalm her.> Und sie schaffen die Fakten.-\ Bei Sonnenuntergang schaut man aus dem Auto, über schwefelhaltige Sümpfe, die zitternden Feuer der Ölraffinerien wie das Fegefeuer und darüber wie eine Stadt von Oz die erleuchteten gläsernen Wolkenkratzer der Wall Street und des Rockefeller Centers mit seinem Büro 5600. (…) Jeder Außenminister seit Dean Acheson, als ich 25 Jahre alt war, hat für eine Rockefeller-Organisation gearbeitet. Erinnern Sie sich an die Start-up-Unternehmen, die an der Börse begehrt waren wie nackte Jungfrauen? Ihre Orgien mit üppigen, lächelnden Kapitalgewinnen im Büro 5600. Rembrandt-Dividenden? Und Vietnamkriegsdividenden.

Die Gewinne von ESSO erreichen stratosphärische Höhen.

1 Gallone Benzin, deren Produktion den Planeten 1 Million Dollar kostet...Und Venezuela verkaufte sein Öl für billigen Ramsch. 12 Jahre alte Mädchen zum Verkauf im Nordosten. Sterilisation von Frauen im Amazonasgebiet. Monopol sogar auf das Leben. Millionen, die zu ihnen fließen, wie in Pipelines, die Landbanken besitzen, Industrien, die Menschen sind, wie in Pipelines, von denen aus - die Ölfelder riesig und die Pachtverträge minimal sind.

Sie überschwemmten New York mit "moralischen Anleihen" (d.h. fiktiv). Daher der Konkurs von New York wegen der Milliarden in "moralischen Anleihen" des Amtes 5600.

Mit schaurigen Geschichten, die die Menschen terrorisieren. Sein vampirischer Schatten über der Kultur, den Akademien. Das volle Gewicht der Presse auf uns. Den Launen ihrer Konzerne unterworfen. Deshalb, Daniel Berrigan, kämpfen die Jungen aus Nicaragua. Ob es sich um Milch oder Gift handelt, spielt keine Rolle, ob es sich um Brot oder Napalm handelt, spielt keine Rolle, welches Produkt es ist. David zum Beispiel aß mit einem Mr. Carter an der Wall Street zu Mittag, und nach dem Essen wählte er ihn zum Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Sie setzten ihre glückliche Kindheit im Büro 5600 fort.“

Ohne es Herrn Cardenal, Gott habe in selig, selbst unterstellen zu wollen, habe ich doch insgeheim das Gefühl, dass viele Sozial- und Kapitalismuskritiker sehr wohl in der Lage sind das heute vorherrschende zentrale Herrschaftssystem zu durchschauen, so scheitern sie doch regelmäßig an der vorgegaukelten Lösung durch einen plumpen Kommunismus.

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BP und Shell wollen keine Übernahmen tätigen https://cambridge-club.com/bp-und-shell-wollen-keine-uebernahmen-taetigen/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=bp-und-shell-wollen-keine-uebernahmen-taetigen Fri, 03 Nov 2023 18:18:56 +0000 https://cambridge-club.com/?p=2262 BP und Shell veröffentlichten in dieser Woche endlich leicht bessere Quartalszahlen, die signalisierten, dass Ende Juni offensichtlich die Talsohle bei den Quartalsergebnissen erreicht wurde. Weiterhin verdienen die beiden Ölmultis in ihrem Kerngeschäft der Öl- und Gasversorgung jährlich zweistellige Milliardenbeträge. Die Aktien werden dabei lediglich mit rund der Hälfte ihrer einst sehr robusten Bewertungsverhältnisse gepreist. Für […]

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BP und Shell veröffentlichten in dieser Woche endlich leicht bessere Quartalszahlen, die signalisierten, dass Ende Juni offensichtlich die Talsohle bei den Quartalsergebnissen erreicht wurde. Weiterhin verdienen die beiden Ölmultis in ihrem Kerngeschäft der Öl- und Gasversorgung jährlich zweistellige Milliardenbeträge. Die Aktien werden dabei lediglich mit rund der Hälfte ihrer einst sehr robusten Bewertungsverhältnisse gepreist. Für die tiefen Kurse ist der Ausverkauf des Sektors verantwortlich, nachdem so genannte ESG-Konzepte praktisch bei jedem Vermögensverwalter Einzug hielten. Besonders ausgeprägt war dieser Exodus bei Öl- und Gastiteln im europäischen Raum.

Während sich die bekannten US-Ölmultis schon wieder auf Wachstumskurs befinden, äußerten sich die Manager der beiden europäischen Schwergewichte BP und Shell in dieser Woche laut einem Bericht des Wall Street Journal zurückhaltend gegenüber Fusionen und Übernahmen im Ölsektor.

Diese Ansicht steht im Gegensatz zu den jüngsten Übernahme-Deals ihrer amerikanischen Pendants Exxon Mobil und Chevron. BP-Interimschef Murray Auchincloss betonte auf der Bilanzpressekonferenz, dass das Unternehmen es vorziehe, vorhandene Ölreserven von 36 Milliarden Barrel zu nutzen und die US-Produktion um 7% jährlich bis 2030 zu erhöhen, mit einem Fokus auf zukunftsträchtige Bereiche wie Elektromobilität.

Shell’s CEO Wael Sawan sieht eine bessere Investition im Rückkauf eigener (unterbewerteter) Aktien als in Übernahmen als Wachstumsoptionen zu investieren.

Die beiden britischen Ölmultis scheinen weiter mit den Herausforderungen der Energiewende konfrontiert zu sein und zeigen ein großes Interesse an grüner Transformation, wobei BP sich auf rentablere Sektoren wie Biokraftstoffe und das Aufladen von Elektrofahrzeugen konzentriert und Shell die Emissionen seines operativen Geschäfts durch erneuerbare Energien senken will.

Die Zurückhaltung bei Akquisitionen ist bei BP und Shell jedoch auch sicher auf die wesentlich niedrigere Börsenbewertung zurückzuführen, die US-typische Aktientauschgeschäfte wie sie Exxon oder Chevron nutzen können erschweren, obwohl beide Unternehmen durch hohe Energiepreise mit ausreichend liquiden Mitteln ausgestattet wären, um niedrig bewertete Junior-Ölproduzenten in Europa zu konsolidieren.

Ironischerweise haben die starken Kursverluste bei Exxon Mobil und Chevron nach der Ankündigung ihrer Übernahmen die Kluft zu den europäischen Ölriesen verringert. Das Nichtstun der beiden führenden britischen Energiekonzerne könnte sich darum als die beste Option erweisen.

Laut dem Wall Street Journal könne ein Wendepunkt für europäische Ölkonzerne dadurch erreicht werden, wenn Anleger ihnen mehr Anerkennung für ihre Investitionen in kohlenstoffarme Geschäfte zukommen lassen würden.

Energiekonzerne sollten sich wieder auf Öl und Gas fokussieren

Über die Ausrichtung von Unternehmen kann man immer geteilter Ansicht sein, doch aus meiner Sicht stellt die derzeit von den westeuropäischen Energiekonzernen übers Knie gebrochene Transformation von fossiler Energie zu alternativen Energien, eine Sackgasse dar. Das zeigte sich über die letzten Wochen mit hohen Abschreibungen auf bereits begonnene Windpark-Projekte. Allein BP musste dafür eine halbe Milliarde US-Dollar in den Wind schreiben.

Die Energiekrise der letzten Jahre zeigte, dass wir in Europa massiv an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt haben, ohne das vermeintliche Ziel einer CO2-Minderung näher zu kommen. Es ist für alle wirtschaftlichen Bereiche notwendig, dass wir mit bezahlbarer Energie versorgt werden. Insofern sollten sich die Vorstände von BP und Shell endlich ihrem Kerngeschäft zuwenden, das in der Ausbeutung von wirtschaftlichen Öl- und Gasreserven liegt. Über die letzten Jahre wurde viel zu wenig in die Nicht-OPEC Förderung investiert. Damit erhöhte sich die Abhängigkeit vom Nahen Osten, Russland und den USA.

BP und Shell hätten die Möglichkeiten gemeinsam die Energiekrise der EU zu überwinden. Dafür wäre es nötig, dass sich beide vom Unsinn der politisch initiierten Energiewende distanzieren und wieder – wie früher einst – die Öffentlichkeitsarbeit für und nicht gegen ihre Eigeninteressen richten. Ich rufe alle Öl- und Gasvorstände dazu auf, sich nicht mehr länger politisch instrumentalisieren zu lassen.

Freie Wähler und frei handelnde Unternehmer sollten alles daran setzen, die politischen Strömungen der letzten Jahre zu beseitigen, die von der Strömung ausgehen, die ich überspitzt als “grünen Sozialismus” bezeichne.

Anleger stehen diesbezüglich bei den Hauptversammlungen der großen Ölmultis in der Pflicht und sollten mehr Druck ausüben, um in den dortigen Chefetagen ein Umdenken einzuleiten. Dazu gehört auch, die “ideologischen Elemente” aus Aufsichtsratsgremien zu entfernen, die der Entwicklung von starken Öl- und Gasprojekten entgegenstehen. 

Shell prüft bereits den Ausstieg aus alternativen Energien

Der Ölriese Shell prüft Berichten zufolge Optionen für den Verkauf seines Geschäftsbereichs für erneuerbare Energien. Dieser für viele Branchenexperten überraschende Schritt, hat sich in diesem Jahr unter dem neuen CEO Wael Sawan herauskristiallisiert, der sich wieder auf sein Kerngeschäft Öl und Gas konzentriert.

Das wurde auch dadurch bestätigt, als Bloomberg am 18. Oktober darüber berichtete, wie Shell offensichtlich die politischen Pläne einer öl- und gasfreien Zukunft ab 2050 in Zweifel zieht und schon die ersten LNG-Gaslieferverträge zwischen Katar und den Niederlanden über jährlich 3,5 Mio. Tonnen eintütete:

Shell vereinbart, bis 2050 Gas aus Katar für die Niederlande zu kaufen Shell Plc vereinbarte mit den Niederlanden den Kauf von Flüssigerdgas aus Katar für 27 Jahre. Dies ist der zweite große Vertrag des Golfstaates über die Lieferung fossiler Brennstoffe nach Europa über das Jahr 2050 hinaus

Bloomberg

Neben Shell wird auch der französische TotalEnergies mit 3,5 Mio. Tonnen Flüssiggas aus Katar bedacht.

Die Aktien von Shell honorieren dies mit einem deutlichen Anstieg gegenüber Wettbewerber BP:

Unser Urteil: Halten Sie an den europäischen Ölmultis fest

Die letzten drei Jahre waren für Aktionäre bei europäischen Ölgesellschaften eher schwer. Es fehlte an Führungskraft und Initiativen, das Öl- und Gasgeschäft in den Fokus zu rücken. Doch mit Shell hat der erste führende Energiekonzern die Zeitenwende eingeleitet. Dem folgte der Rücktritt des CEOs von BP, der auf große Unstimmigkeiten hinsichtlich der Führungsstrategie hindeutet. Aus diesen Entwicklungen dürfte sich eine Erholungsphase ableiten lassen. Meine Überzeugung: Sobald der Rückbau der fehlgeleiteten Unternehmensstrategie geglückt ist, werden die Aktienkurse von BP, Shell & Co. wieder im Glanze ihres Lichts erstrahlen, das sie verdient hätten. Aktionäre im Öl- und Gassektor sollten die jüngsten Entwicklungen darum als Zeichen der Zuversicht erkennen, der einer politischen Kehrtwende zu mehr Realismus und weniger Ideologie vorausgeht.

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