BIP - Cambridge Club https://cambridge-club.com Wissen ist Macht Fri, 10 Nov 2023 08:32:02 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.2 https://i0.wp.com/cambridge-club.com/wp-content/uploads/2023/04/cropped-logo-anchor-small.png?fit=512%2C512&ssl=1 BIP - Cambridge Club https://cambridge-club.com 32 32 Scharfe Rezession befeuert das Immobilien-Risiko https://cambridge-club.com/scharfe-rezession-befeuert-das-immobilien-risiko/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=scharfe-rezession-befeuert-das-immobilien-risiko Fri, 10 Nov 2023 08:28:04 +0000 https://cambridge-club.com/?p=2342 Darum ist eine Rezession über die nächsten 24 Monate unvermeidlich Zu meiner Kernthese seit Start des neuen Formats „Finanzfreiheit“ gehörte die Erwartung einer schweren Rezession und Finanzkrise in den USA und innerhalb der Kernländer in der EU, die wir als Kaufchance für „wahrhaftig reale Vermögenswerte“ nutzen wollen.Die Rezessions-These hat über die Sommermonate weitere Nahrung erhaltenSie […]

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Darum ist eine Rezession über die nächsten 24 Monate unvermeidlich

Zu meiner Kernthese seit Start des neuen Formats „Finanzfreiheit“ gehörte die Erwartung einer schweren Rezession und Finanzkrise in den USA und innerhalb der Kernländer in der EU, die wir als Kaufchance für „wahrhaftig reale Vermögenswerte“ nutzen wollen.

Die Rezessions-These hat über die Sommermonate weitere Nahrung erhalten

Sie können heute schon behaupten, dass wir uns mitten in einer schweren Rezession befinden, wenn Sie sich die aussichtslose Lage von Rentnern und jüngeren Arbeitnehmern ansehen. Deren geringeren Einkommen wurden durch die erheblichen Preissteigerungen und Steuern aufgefressen. Aber auch bei den wohlhabenden Haushalten, die früher gerne als „Rentiers“ bezeichnet wurden, deren Einkommen durch Dividenden oder Anleihenzinsen aufgebessert werden, hat sich die Netto-Vermögenssituation erheblich eintrübt. Tatsächlich sind über die letzten zwei Jahre mehr Millionäre aus der Statistik hinaus geflogen, als neue erschaffen wurden.

Eine Million Euro oder knapp 2 Millionen D-Mark, sind schon längst nicht mehr so werthaltig, wie es vor 2020 einmal war!

Darum ist es durchaus bemerkenswert, wie häufig derzeit in Finanzmagazinen oder Tageszeitungen vom „Soft Landing“, also einer „weichen Landung“ der Wirtschaft geschrieben wird.

In Wahrheit sehe ich jedoch immer mehr Gründe für eine äußerst harte Landung, die eher dem Aufschlagen auf dem Betonboden gleicht.

Auf die Gründe der harten Landung komme ich gleich zu sprechen, jedoch möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass vor einer Rezession, historisch betrachtet, häufig von einer „weichen Landung“ die Rede ist. Die Marktstrategen von NZZ The Market haben einige Zeitungs-Ausschnitte der letzten Jahrzehnte gesammelt und schlossen daraus, dass Schlagzeilen mit „Soft Landing“ Betonung in den Jahren 1973, 1980, 1989, 2000/01 sowie wie Sie sich möglicherweise erinnern auch 2007, kurz vor der schweren Finanzkrise erschienen.

Wie der langjährig erfahrene Wirtschafts-Redakteur Mark Dittli betont: „Jede dieser Hoffnungen auf eine sanfte Landung wurde enttäuscht.“

Diese Zeichen sprechen für eine scharfe Rezession

Für die Volkswirte war die Robustheit des Arbeitsmarkts stets ein Hoffnungsschimmer, weil keine Rezession ohne Arbeitsplatzabbau stattfinden kann. Andererseits wird die US-Notenbank die Zinsen voraussichtlich nicht deutlich senken, solange die Arbeitslosenrate um 4-5% verharrt. In Vergangenheit war erst ein deutlicher Sprung in Richtung 10% als Auslöser für Zinssenkungen nötig. Zudem bleibt die Kerninflationsrate mit 4% ebenfalls so hoch, dass eine Zinssenkung kaum über das Maß von 1% hinausgehen dürfte.

Im Oktober hat die US-Wirtschaft nur 150’000 neue Stellen geschaffen und damit nach langer Zeit zum ersten Mal die Erwartungen der Ökonomen enttäuscht.

Das größte Risiko überhaupt tragen Immobilien-Anlagen

Aus meiner Sicht wurde das erfreuliche BIP-Wachstum des abgeschlossenen Jahrzehnts, durch eine höhere Verschuldung der privaten Haushalte ermöglicht, die von extrem günstigen Kreditzinsen angefacht wurde.

Billionen wurden nach der Finanzkrise 2008 direkt und indirekt in das Finanzsystem gepumpt.

Natürlich haben diese geldpolitischen Maßnahmen die Wirtschaft gestützt. Dabei haben vor allem Verbraucher und der Staat selbst die mutmaßlich billigen Schulden angehäuft und stehen nun vor dem Dilemma, dass eine Rückzahlung zu Lebzeiten – ohne erheblichen Abbau der Kaufkraft – nicht mehr möglich ist.

Die Notenbank von New York beziffert das Kreditniveau der Privathaushalte auf 17 Billionen US$, wobei die Hypotheken mit 12 Billionen US$ mit 70% den Löwenanteil der Kreditaufnahme ausmacht:

In der heutigen zusätzlichen Analyse untersuchen wir den Immobilienmarkt 

Die von Hedgeye veröffentlichte Grafik zeigt Hypothekentransaktionen im Wert von Billionen von Dollar:

„Die Daten zeigen, dass die Hypothekennachfrage seit dem Höchststand im Jahr 2021 um 64 % zurückgegangen ist und ein Niveau erreicht hat, das zuletzt 1994 beobachtet wurde - und damit 85 % unter dem historischen Höchststand liegt.“

Das Bloomberg Businessweek Magazin titelte in seiner Ausgabe vom 6. November, dass eine langfristige Hypothekenfinanzierung für junge Hauskäufer auf dem derzeitigen Immobilienpreisniveau praktisch unmöglich ist und wie die Analysten bei Hedgeye betonen:

„Als die Hypothekenzinsen das letzte Mal die 8 %-Marke erreichten, waren die Hauspreise fast halb so hoch wie heute. "Um ein ähnliches Erschwinglichkeitsniveau wie vor der Pandemie zu erreichen, müssten die Immobilienpreise um 38 % gesenkt werden, oder aber die Einkommen müssten um über 60 % steigen.“

Das Verhältnis von Einkommen zu Immobilienpreisen liegt derzeit sogar höher als 2005 – zwei Jahre vor Ausbruch der Banken- und Finanzkrise:

Jede siebte Immobilientransaktion in den USA wird mit einem Verlust geschlossen

Um als Immobilieninvestor noch verlustfrei zu wirtschaften, wäre derzeit eine Mietrendite von schätzungsweise 6-8% nötig. Das ist aber bei den meisten Objekten nicht der Fall und viele Unternehmen wie Privathaushalte können bereits jetzt keine höheren Miet- und Nebenkosten bezahlen. Also muss es beim aktuellen Zinsniveau zwangsläufig zur Liquidation der Immobilienvermögen kommen. Wobei die Immobilien nicht verschwinden, sondern von den überschuldeten spekulativen Anlegern zu den hart gesottenen Investoren wandern, die mit 70-100% Eigenkapital und realistischen Mietrenditen kalkulieren.

Große Immobilienvermögen stehen schon am Beginn eines Liquidationszyklus

IMMOBILIEN MIT FREMDKAPITAL SIND „HARAKIRI-ANLAGEN“

Die Risiken von kreditfinanzierten Immobilieninvestitionen lässt sich leicht am Kursverlauf der Vonovia SE (ISIN: DE000A1ML7J1) in Abbildung 1 ablesen. Obwohl das Immobilienvermögen seit 2014 von 12,8 auf mittlerweile rund 90 Milliarden Euro gewachsen ist und die Aktie zwischenzeitlich, an der Spitze des deutschen Wohnimmobilienbooms bis zu +250% gestiegen war, konnten Anleger hier nach dem erfolgten Einbruch der Kurse, netto über knapp 9 Jahre kaum Renditen erwirtschaften.

Die hohe Fremdkapitalquote von rund 65-70% der Bilanzsumme zehrt praktisch das gesamte Gewinnpolster auf, das sich aus dem Erwerb des Immobilienportfolios ergeben hat.

Hingegen sehen Sie in Abbildung 2 die starke Entwicklung eines mit 80% eigenkapitalfinanzierten offenen Wohnimmobilien-Fonds Fokus Wohnen Deutschland (ISIN: DE000A12BSB8), der trotz einer zuletzt doch verhaltenen Wertentwicklung der Immobilienpreise im gleichen Zeitraum noch eine gesunde Rendite von +40% erwirtschaften konnte und dabei seine jährlichen Erträge aus den Mieteinnahmen der zu >90% vermieteten Wohnungen ausgeschüttet hat. Derzeit würde ich aufgrund der Marktrisiken jedoch keine offenen oder noch schlimmer geschlossenen Immobilienfonds erwerben und sehe viele börsennotierte Immobilienaktien tatsächlich als hochgradig Pleitegefährdet an.

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BRICS Länder bereiten sich auf die multipolare Weltordnung vor! https://cambridge-club.com/brics-laender-bereiten-sich-auf-die-multipolare-weltordnung-vor/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=brics-laender-bereiten-sich-auf-die-multipolare-weltordnung-vor Sat, 26 Aug 2023 14:12:56 +0000 https://cambridge-club.com/?p=1875 Die BRICS+ Länder haben Anfang dieser Woche ihr Gipfeltreffen begonnen. Der ganz große Wurf – wie es eine einheitliche Goldwährung zum Ausgleich der gegenseitigen Handelsbilanz wäre – dürfte bei dem Treffen allerdings ausbleiben.Die Marktstrategin Lyn Alden argumentierte, dieses Modell sei fehlerhaft: „Die Unterlegung eines fraktionierten Bankensystems mit Gold funktioniert nur vorübergehend, weil sich die Währungen […]

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Die BRICS+ Länder haben Anfang dieser Woche ihr Gipfeltreffen begonnen. Der ganz große Wurf – wie es eine einheitliche Goldwährung zum Ausgleich der gegenseitigen Handelsbilanz wäre – dürfte bei dem Treffen allerdings ausbleiben.

Die Marktstrategin Lyn Alden argumentierte, dieses Modell sei fehlerhaft:

„Die Unterlegung eines fraktionierten Bankensystems mit Gold funktioniert nur vorübergehend, weil sich die Währungen schneller vermehren als das Gold“.

Stattdessen sieht Alden ein wahrscheinlicheres Ergebnis darin, dass die BRICS-Staaten ihre Abhängigkeit vom US$ für grenzüberschreitende Zahlungen verringern, indem sie zunehmend ihre eigenen Währungen für den Handel verwenden und den China-Handel insbesondere mit chinesischen Yuan abwickeln dürften.

Es ein offenes Geheimnis, dass sich die Führer der BRICS vor einer „Dollar-Schwemme“ fürchten.

So sprach Dilma Rousseff, die ehemalige Präsidentin Brasiliens und Leiterin der New Development Bank davon, dass die BRICS von einem unipolaren (US-dominierten), zu einem multipolaren Weltfinanzsystem umschwenken sollten. Diese Pläne stehen im Widerspruch zur Interpretation unserer westlichen Leitmedien, die weiterhin an der Dollar-Vorherrschaft glauben wollen, obwohl der BRICS- Anteil der Weltwirtschaft mittlerweile über das Niveau der G7-Staaten gewachsen ist:

Diese stetige Erhöhung der Bedeutung der BRICS – vor allem in den Sektoren Energie, Rohstoffe und Industrie – spiegelt sich meines Erachtens nicht an den Kapitalmärkten wider, die über die letzten Jahre von einem enormen Anstieg der US-Technologie- und Startup-Industrien geprägt waren. Dafür waren besonders die tiefen Zinsen ausschlaggebend, die Risikoanlagen spannender machte, gegenüber höher „verzinsten“ Value-Aktien oder Anleihen.

Laut einer aktuellen Analyse der Bank of America würde der US-Staatshaushalt – ohne eine Korrektur bei den Zinsen oder Ausgaben – schon in wenigen Jahren auf das Niveau des 2. Weltkriegs bei 44% des gesamten Wirtschaftsaufkommens wachsen.

Vermutlich werden sie den US-Dollar nicht generell ablehnen, so lange man für diesen noch Waren und Dienstleistungen in aller Welt kaufen kann. Allerdings werden die Vorteil von Bankreserven im Dollarraum natürlich geringer je mehr Dollar in Umlauf kommen und je kleiner der Handel mit dem Dollarraum wird.

Die US-Notenbank von Dallas stellte fest, dass während das Handelsvolumen Chinas mit den USA seit 2001 bis zum Ausbruch der Pandemie zunächst stark zugenommen und beinahe einen Anteil von 20% erreichte, es mittlerweile unter das Niveau seiner Nachbarländer Mexiko und Kanada zurückgefallen ist. Die Bedeutung Chinas für den US-Außenhandel fällt damit beinahe auf ein relatives 20-Jahrestief, das zuletzt in den Jahren 2005/06 erreicht wurde. Gleichzeitig wuchs im vergangenen Jahr der Handel zwischen den BRIC-Ländern und hierbei besonders der Handel zwischen China und Russland um über 70%. Die aktuellen Daten aus China, die in der folgenden Grafik noch keine Berücksichtigung fanden, bestätigen, dass die Lieferungen in die USA im Juli um 23,1 % zurückgegangen sind.

Es läuft weiterhin darauf hinaus, dass mit den BRICS und USA/EU zwei Wirtschaftsräume entstehen. Wobei die BRICS vor allem ihre Waren, vor allem Rohstoffe, gegen preiswert produzierte Güter aus China tauschen können, wobei sie ihre überschüssigen Reserven eher in Gold investieren, ohne die Verwässerung der Währungsreserven befürchten zu müssen. Weiterhin haben wir es auf der anderen Seite mit dem westlichen Euro- und Dollarraum zu tun, der vor allem Wissen & Dienstleistungen offeriert. Wobei diese Waren aus den USA und Europa mitunter weniger gefragt sind.

Über die Vor- und Nachteile dieser Abhängigkeit lässt sich diskutieren, aber es ist allgemein bekannt, dass dieser Dollarzentrismus den heimischen Markt der USA bevorteilt, der von der Kreditvergabe und Dienstleistungsgesellschaft abhängig ist und zu wenige Wachstumsimpulse für die Weltwirtschaft generiert, die von einer Erhöhung des allgemeinen Produktionsniveaus profitiert.

Zu diesem Ergebnis kommt auch Jacques Sapir, der in seinem Beitrag für das American Affairs Journal, Volume VI, Ausgabe 4 (Winter 2022): Seiten 81–86, eine

„Geostrategische Bewertung der russischen und chinesischen Wirtschaft“ durchführte und feststellte:

„In Kriegszeiten verlieren die Dienstleistungen gegenüber der Landwirtschaft, der Industrie und dem Baugewerbe an Bedeutung. Es ist dann notwendig, den Anteil der güterproduzierenden Sektoren in verschiedenen Volkswirtschaften zu berechnen, um ein genaues Bild davon zu bekommen, wie sie wirklich im Vergleich stehe“.

Nach dieser Betrachtung sei die Wirtschaft Russlands größer als Deutschland, gemessen am kaufkraftbereinigten Ausstoß (PPP) seiner Produktionswirtschaft und das trotz erheblicher Sanktionen und finanzieller Probleme, die den Geld- und Warenfluss stören.

Ich gebe zu, dass die Ergebnisse von Herr Sapir durchaus kontrovers diskutiert werden sollten und zwischen dem Lebensstandard von Russland und Deutschland noch eine große Lücke klafft.

Allerdings bestätigen die jüngsten Veröffentlichungen aus Deutschland in die gleiche Richtung, dass Deutschland nicht mehr unwidersprochen als ein führendes Industrieland gelten kann.

Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland (PMI) präsentierte sich mit einem weiteren Absturz, wie es ihn seit Mai 2020 nicht mehr gegeben hat. Währenddessen die Politiker künftig einfach mehr Geld drucken wollen, um ihre Maßnahmen zu finanzieren.

Die Biden Administration hat in den ersten 10 Monaten seines Haushaltsjahres ein Defizit von 1,62 Billionen Dollar angehäuft, wie aus dem Monatsbericht des Congressional Budget Office für Juli hervorgeht. Ohne die Verschiebung einiger Zahlungstermine wäre das Defizit laut CBO mit 1,7 Billionen Dollar sogar noch höher ausgefallen und entspricht einem Anstieg von 131 % gegenüber dem Vorjahr. Der größte Posten bei den Ausgaben in diesem Jahr waren bisher die Zinsen für die offenen Kredite, die um 146 Mrd. US$ auf 572 Mrd. US$ bzw. 34 % der Ausgaben hochschnellten.

Mit einer solchen extremen finanziellen Lockerung sind die BRICS als Einheit nicht mehr einverstanden, denn sie fürchten den "Verwässerungseffekt", der durch die immensen Doppeldefizite aus der Haushalts- und Handelsbilanz entstehen.

Darum mussten die Zentralbanken der USA und EU mittlerweile reagieren und haben nun die Zinsen erhöht, um Billionenguthaben wieder positiv zu verzinsen. Nur wird das nicht mehr lange funktionieren, weil ganz einfach die mit Krediten aufgeblähte Wirtschaft dabei nicht mitspielt.

Zudem ist die Realisierung der nächsten Stufe der geplanten Energiewende praktisch unisono von tiefen Zinsen abhängig, sonst würden diese Investitionen mit niedriger Effizienz sich niemals gegenüber konventionellen Energiequellen rechnen.

Jeremy Grantham, Mitbegründer der in Boston ansässigen Investmentfirma Grantham Mayo Van Otterloo (GMO), sagte vor wenigen Wochen erneut eine nicht abzuwendende Rezession in den USA voraus, die "vielleicht bis weit ins nächste Jahr hineinreicht".

Laut Danielle Park, Autor des Finanzblogs Juggling Dynamite:

„In der Zwischenzeit bewegt sich die Geldpolitik mit mehrmonatiger Verzögerung durch die Wirtschaft, und der Großteil der raschen Straffung seit März 2022, die gerade erst zu wirken beginnt, wird das globale BIP-Wachstum in den nächsten 18 Monaten bremsen.“

Der Verzögerungseffekt steigender Zinsen, wird sich bis Ende 2024 stark auswirken:

Weiter betont Frau Park:

„Die relative Überbewertung von Aktien gegenüber Staatsanleihen ist heute so extrem wie seit mindestens 35 Jahren nicht mehr (der Wilshire 5000 im Vergleich zu den Anleihekursen ist unten seit 1990 dargestellt) - und deutet darauf hin, dass eine epische Mittelwertumkehr bevorsteht, bei der die Aktienkurse fallen und die Kurse von Staatsanleihen steigen.“

Ein weiteres Argument für fallende Aktienkurse, ist die sinkende Aufnahmebereitschaft für immer mehr Anleihen.

Viele Entwicklungsländer legen 60 % ihrer Reserven in Form von Staatsanleihen in den USD an - in der Regel sind sie preisunempfindliche Käufer. Allerdings ist die Nachfrage in den Entwicklungsländern, die über 300 Mrd. USD ausmacht, versiegt.  Der Ökonom Edward Yardeni führte in seiner Analyse an, dass die ausländischen Käufer von US-Staatsanleihen weiter austrocknen würde.  

Gold ist ein historisch stabiler Wert, der jetzt, da Staatsanleihen international in Ungnade fallen, eine der wenigen Optionen darstellt, um sich vor der Dollarabwertung zu schützen.

S&P stufte diese Woche mehrere US-Banken unter Hinweis auf schwierige Bedingungen ab

Zuvor hatte Moody's im vergangenen Monat 10 Banken herabgestuft und ein Analyst von Fitch warnte letzte Woche auf CNBC, dass man gezwungen sein könnte, Dutzende von Banken herabzustufen, darunter auch JPMorgan Chase.

Meine Meinung: Der BRICS Einfluss wächst langsam aber stetig

Für den neuen Wirtschaftsblock der BRICS-Länder unter der Führung des produktivsten und größten Warenproduzenten Chinas, ist ein höheres Maß an Kooperation, und Integration des Finanzsektors zwingend nötig, um neue Wachstumsperspektiven zu erschaffen. Besonders aus China fehlen derzeit neue Wachstumsimpulse. Das Wirtschaftswachstum 2023 könnte dabei unter das Ziel von 5% sinken, wobei ich betonen möchte, dass die meisten globalen Industrieländer nicht einmal mehr in die Nähe solcher Wachstumsraten kommen und die EU dieses Jahr höchstens mit 1% wachsen dürfte.

Der Yale Professor und ehemalige Chefökonom der Investment Bank Morgan Stanley, Stephen Roach, merkte in einem Artikel für die Finanzial Times an:

„Die Mischung ist das Problem. Je nach Maßstab kontrolliert der (chinesische) Staat immer noch mindestens 30-40 Prozent der Wirtschaft. Daraus folgt, dass bei der Bewertung der potenziellen Rückzahlung der jüngsten politischen Stimuli Chinas Vorsicht geboten ist. Die People's Bank of China hat begonnen, die Zinssätze geringfügig zu senken. Es ist jedoch schwer zu glauben, dass dies in einer schwächelnden Wirtschaft, die bereits zu sehr von zinsabhängigen Investitionen in Produktionskapazitäten, Infrastruktur und Bauwesen abhängig ist, viel bewirken wird. (…) Pan Gongsheng, der neue Gouverneur der Zentralbank, hat angedeutet, dass die PBoC die vernünftigen Finanzierungsanforderungen der Bauträger unterstützen würde.“

Ebenfalls zurückhaltend gegenüber Chinas Lockerungspolitik bleibt auch Aaron Castello, der führende Asien-Analyst bei Cambridge Associates. Chinas Regierung seien zurzeit eher die Hände gebunden und man dürfte planen in den kommenden Monaten darauf zu warten, bis die US-Notenbank hinsichtlich ihrer Straffungsmaßnahmen resignieren. Erst wenn die Zinsen im Einklang mit den USA gesenkt werden, könnte das für Wachstum bei den weltweiten Investitionen sorgen, ohne die Wechselkurse zu stark zu gefährden.

Langfristig spielt den BRICS aus meiner Sicht der höhere Anteil an der Weltbevölkerung und sein Rohstoffreichtum in die Hände. Je höher zudem der Anteil der ideologisch geprägten und unproduktiven Investitionen wird, desto schneller fällt der Außenwert des Dollars. Das führt zu einem Umdenken und Gegenmaßnahmen der BRICS-Länder.

Mittlerwiele ist es bereits bestätigt:
Das BRICS-Bündnis großer Schwellenländer soll sich von fünf auf elf Mitglieder vergrößern. Das haben die bisherigen Mitglieder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika auf ihrem Gipfel in Johannesburg am Donnerstag beschlossen. Die neuen Mitglieder sollen zum 1. Januar 2024 beitreten.

Aufgenommen werden sollen Saudi-Arabien, der Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Argentinien, Ägypten und Äthiopien. Damit werden gleich vier Länder aus der arabisch-muslimischen Welt Mitglied.

Die Aussichten für unsere Strategie des realen Werterhalts mit Edelmetallen und Rohstoff- und insbesondere Energie-Aktien bleiben darum sehr günstig.

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PULVERFASS – Wirtschaft, DAX & Börsen-Bewertung https://cambridge-club.com/pulverfass-wirtschaft-dax-boersen-bewertung/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=pulverfass-wirtschaft-dax-boersen-bewertung Thu, 15 Jun 2023 07:10:17 +0000 https://cambridge-club.com/?p=1347 Zurzeit schwächt sich die Wirtschaft in der EU und den USA ab und dürfte schon seit Herbst in einer Rezession oder beginnenden länger anhaltenden Stagflationsphase stecken. So schreibt der begnadete Börsenanalyst und Edelmetallexperte Claus Vogt: „Die Kombination aus Rezession, Bankenkrise, Immobilienbaisse und extrem überbewerteter Börse gleicht einem Pulverfass.“ Wir erleben nun die erste Phase des […]

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Zurzeit schwächt sich die Wirtschaft in der EU und den USA ab und dürfte schon seit Herbst in einer Rezession oder beginnenden länger anhaltenden Stagflationsphase stecken. So schreibt der begnadete Börsenanalyst und Edelmetallexperte Claus Vogt: „Die Kombination aus Rezession, Bankenkrise, Immobilienbaisse und extrem überbewerteter Börse gleicht einem Pulverfass.“

Wir erleben nun die erste Phase des Abschwungs, die ausgelöst durch den steilen Zinsanstieg die Konsumnachfrage schwächt. Dabei ist ein Effekt aktuell besonders gut zu beobachten und wurde von Analysten noch nicht hinreichend erfasst. Dabei geht es darum, dass die Preise – welche zuvor teils über Gebühr und in Erwartung weiter steigender Energiepreise vorsorglich und zur Erhöhung der Gewinnmargen erhöht wurden – aktuell nicht schnell genug gesenkt werden. Dies führt zu einem „Käuferstreik“, zumal die Reallöhne stark gefallen sind und sich die Konsumenten auf lebensnotwendige Güter fokussieren. Sichtbar ist dieser Effekt auch an den weltweit verkauften Kartons, die in den letzten Monaten drastisch eingebrochen sind. Mittlerweile gleicht der Einbruch bei Kartonverpackungen der schweren weltweiten Rezession der Jahre 2001 und 2009.

In Deutschland kommt erschwerend hinzu, dass wir es vermutlich dort mit der in Wirtschaftsbelangen unfähigsten Regierung aller Zeiten zu tun  haben, deren Zukunftspläne den Mittelstand in den Ruin treiben. Markus Meyer, Verbandspräsident für Möbelhäuser und Küchen bemängelt, dass Habecks Arbeit derzeit ideologisch getrieben wäre:

„Er macht nicht den Job, der ihm übertragen wurde. Wir haben gerade keinen Wirtschaftsminister mehr in Deutschland – wir haben einen Anti-Wirtschaftsminister."

Für den Mathematiker und Optionshändler Nassim Taleb – der letzte Woche ein sehr spannendes 30-minütiges Youtube-Interview mit Bloomberg gab – haben die aktuellen Probleme ihren Ursprung in den übertriebenen Reaktionen auf die Finanzkrise 2008, in der die Zinsen plötzlich von 5-6 % auf 0 % gesenkt wurden. Damals wurde das akute Problem der Refinanzierung im Immobilienbereich zwar zunächst entschärft, doch angesichts des scheinbar inflationsfreien Wachstums, wurden die Zinsen zu lange und zu tief belassen, womit sich ein neuer kreditfinanzierter Boom anschloss. Diese Investitionswelle erfasste zunächst den Immobiliensektor und alle anderen Sektoren. Mit dem Ergebnis, dass diese mit Fremd- statt mit Eigenkapital finanziert wurden. Das frei gewordene Eigenkapital oder Risikokapital wurde danach als eine Folge dieser Tiefstzinsen vor allem in defizitäre Startup-Unternehmen (Venture Capital) investiert, die hohe Renditen versprachen.

Mit den höheren nominalen Zinsen, bricht das Kartenhaus dieser Investitionswelle nun zusammen.

Ein kürzlich veröffentlichtes IWF-Papier: Geowirtschaftliche Fragmentierung und die Zukunft des multilateralen Systems schätzt, dass die so genannte "geoökonomische Fragmentierung" das globale Wirtschaftsaufkommen (BIP) um einen (niedrigen) zweistelligen Prozentsatz reduzieren und ein großes Risiko für Investoren darstellen könnte.

So berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland RND:

„Die Gefahr einer unkontrollierten Kettenreaktion in der Finanzwirtschaft bestehe nach wie vor. Energiepreise können wieder außer Kontrolle geraten. Ein geoökonomischer Krieg schaukelt sich hoch. IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas warnt zu Recht vor einer Welt aus fragmentierten Blöcken. Einer Welt, in der Investitionen gebremst und Innovationen blockiert werden.“

Im Monat Mai lag das monatliche Finanzierungsdefizit in den USA bereits bei rund 200 Milliarden US$ und damit dreimal so hoch wie vor einem Jahr. Explodierende Defizite, die für Sozialprogramme oder Umweltschutz verwendet werden, können kein Wachstum erzeugen, sondern bremsen die Wirtschaft. Darum ist diese Entwicklung nicht nachhaltig, sondern höcht bedenklich.

Gleichzeitig bieten relativ hohe Tagesgeldzinsen, die ausufernde Defizite der Staaten finanzieren sollen, nur einen scheinbaren Ausweg aus der Renditefalle. Tatsächlich sind diese Zinsen nur nominal höher und werden langfristig real wieder sinken müssen.

Somit versprechen die USA für kurzfristige Einlagen bei Banken oder bei der Regierung (Treasuries) unnormal hohe Zinsen von mittlerweile 5% im US-Dollar.

Gleichzeitig scheint die Inflation erfolgreich bekämpft worden zu sein und könnte in diesem Sommer sogar weiter in Richtung 3% rutschen.

Die Aussichten auf die Erwartung von 2% positiven Real-Zinsen pro Jahr, droht kurzfristig Kapital aus dem Aktienmarkt abzuziehen. Die Zinsen stützen dabei vorübergehend den wackeligen Banken- als auch den überschuldeten Staatssektor.

Doch globale Anleger wissen, dass dieser Zustand nur von kurzer Dauer sein kann. Souveräne Länder weigern sich aktuell ihre Exportüberschüsse in den US-Staat zu investieren.

Trotz attraktiver Zinsen sinkt offenbar die Bereitschaft in Dollaranleihen zu investieren, wie Sie an folgender Grafik von Crescat Capital sehen können:

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